Gedanken zu einer Wahlnacht

„Mama, Papaaaa, … Können eigentlich auch Männer Bundeskanzler werden?“ – Ein Satz einer Siebenjährigen, kurz vor der letzten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, bei der es um die Frage ging, ob eine Frau oder eine Frau Ministerpäsidentin wird.

Ein Satz, der mir mit Wucht klar machte, wie viel positiver sich die Welt eigentlich entwickelt. Wie viel sich eigentlich getan hat. Wie selbstverständlich es eigentlich für junge Mädchen ist, deren politisches Bewusstsein gerade erwacht, dass Frauen politische Spitzenämter erreichen. Zum Vergleich: Im selben Alter war ich vermutlich der Meinung, Bundeskanzler müssten alle Helmut heißen.

Und nun das: Ein alter, rassistischer, frauenfeindlicher Mann ohne sinnvolles Wahlprogramm und ohne politische Erfahrung wird sehr wahrscheinlich US-Präsident und gewinnt gegen eine Kandidatin, der man alles Mögliche nachsagen kann, nur nicht mangelnde Qualifikation.

Wie erklärt man das jungen Frauen und Mädchen, die bislang sicher waren, dass sie alles erreichen können?

 

Tayloristische Arbeitsteilung und Onlinejournalismus – das geht nicht!

Journalismus ist Handwerk, heißt es immer. Tatsächlich ist das meiste, was heute entsteht, aber industrielle Inhalteproduktion. Ich halte das im Onlinejournalismus für ein großes Problem. Tayloristische Arbeitsteilung wie in der Autoindustrie funktioniert da nicht.

 

Warum SEO im Journalismus so wichtig ist

Onlinejournalismus und Suchmaschinenoptimierung – das ist meistens keine große Freundschaft. Dabei ist die Angst vor der Maschine völlig irrational bis ignorant.

 

Muss ich einem Reporter folgen? – oder: Das Paradoxon vom twitternden Reporter

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll: Einerseits ist es großartig, wenn Journalisten live von dort twittern, wo sie früher nur mit einem Schreibblock gestanden wären, um sich Notizen für den Tag danach zu machen. Andererseits frage ich mich: Muss ich nun jedem einzelnen Reporter folgen, nur damit ich immer auf dem Laufenden bin? Kann es das sein?

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Kollateralschaden: Wie PEGIDA mein Facebook kaputtgemacht hat

Mein Facebook ist kaputt. Ich weiß nicht mehr genau, wann das passiert ist. Vermutlich war es ein schleichender Prozess, der schon vor ein paar Wochen angefangen hat. Doch in den letzten Tagen wurde mir klar: Es ist einfach kaputt. Und schuld daran ist PEGIDA.

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Warum uns das Rieplsche Gesetz nicht helfen wird

„Kein Medium wird durch ein anderes ersetzt.“ – So haben wir es alle gelernt, wenn wir uns mal mit Kommunikation und Medien beschäftigt haben. Diejenigen, die sich besonders gut erinnern, können noch irgendwas wie „Rieplsches Gesetz“ als Quelle anführen. Ich fürchte, dass sich deshalb z.B. viele Radio-, Fernseh- und Zeitungsmacher in trügerischer Sicherheit wiegen: „Mein Medium wird schon überleben.“ Das stimmt so wahrscheinlich nicht.

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Warum es Audios im Web so schwer haben – ein Erklärungsversuch

Funciona

Ich bin es ein bisschen leid. Aber mir blutet als langjähriger Radiomacher halt auch das Herz, deswegen muss ich auch mal wieder was zum Thema „Audio im Web“ schreiben. Warum verdammtnochmal wollen alle Bilder und Videos, warum werden Texte gelesen, aber keine Audios gehört? Nach der Lektüre eines guten Artikels des kundigen Kollegen Krüger (ja, ich alliteriere halt schon gerne) und einiger Diskussion auf Twitter komme ich zu dem Schluss: Es hat etwas mit Architektur und Design zu tun. … 

 

Warum ein „Recht auf Vergessen“ im Netz eine bescheuerte Idee ist

So. Jetzt haben wir also ein „Recht auf Vergessen“. So ist es seit gestern überall zu lesen. Der EuGH hat geurteilt: Google muss Suchtreffer löschen, wenn sie das Persönlichkeitsrecht einer Person verletzen. Ich finde: Das Urteil wirft ein paar unangenehme Fragen auf – und könnte noch unangenehmere Folgen haben. … 

 

Meine Mitbringsel vom #ijf14 – oder: "Papierjournalismus" ist ein wunderbares Wort

„Printjournalismus“ heißt in Italien „Papierjournalismus“ (giornalismo di carta). Das habe ich in den letzten Tagen gelernt. Und ebenso habe ich gelernt: Dieser kleine, aber feine Bedeutungsunterschied eröffnet eine völlig neue Perspektive auf unseren Beruf. Eine, die einen wirklich weiterbringt.
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Marken, Journalisten, Sponsoring und eine ganz unselige Diskussion

Oh. Wow. Da hat Martin Giesler ja mächtig was losgetreten. Da guckt man mal zwei Tage nicht in seine Twitter-Timeline (ja, das mag sträflich sein, aber ich stehe dazu) und erfährt dann über den halbwegs altmodischen Weg Newsletter – in diesem Falle von Spotify Storify – von einer echten Popcorn-Diskussion. Was ist passiert?

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