Kein Kommentar

Lesezeit: 2 Min., von Titus Gast gepostet am Sat, 19.5.2018
Tags: dsgvo, datenschutz, intern

Ich war mächtig stolz, als ich auf diesem Blog im Zuge des Umstiegs auf Hugo die Kommentare zu Disqus migriert hatte – denn das bedeutete, dass sich mein Webserver nur noch um statische Seiten kümmern musste.

Risiko DSGVO

Die Lösung von Disqus ist wirklich einfach – allerdings gehen dabei Daten in Form von IP-Adressen und E-Mail-Adressen zu einem Anbieter in die USA. Das war mir damals schon nicht ganz recht, ich zitiere mich gerne selbst:

Disqus ist zwar ein tolles Tool, aber ich habe schlechte Erfahrungen damit gemacht, Tools zu verwenden, die bei externen Anbietern liegen. Diese können plötzlich ihr Geschäftsmodell ändern oder ihr Kerngeschäft auch einfach mal einstellen, weil der Käufer des Startups z.B. nur am Personal interessiert war. So ging mir das etwa seinerzeit mit Posterous. Datenschutz ist ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang – Disqus ist nun mal eine US-Firma. Wenn ich Zeit habe, werde ich mich also nochmal eingehender mit selbstgehosteten Kommentarsystemen auseinandersetzen. Isso klingt zum Beispiel ganz vielversprechend.

Jetzt erweist es sich für mich als Risiko, das ich nicht mehr tragen möchte. Im Lichte der Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) muss ich erst mal überprüfen, wie man Disqus datenschutzkonform verwenden oder eine Alternative einsetzen kann; dafür fehlt mir im Moment die Zeit.

Kein Disqus, keine Kommentare

Deshalb: Erst mal keine Kommentare hier. Das ist auch nicht schlimm, denn ohnehin war das Kommentaraufkommen hier nie so riesig und Diskussionen fanden auch gerne mal bei Twitter oder Facebook statt.

Und vielleicht kommt demnächst mal wieder Bewegung in die Isso-Idee.

Kollateralschäden einer guten Idee

Noch eine persönliche Bemerkung: Ich finde es skandalös, wie ein eigentlich vernünftiges Gesetz dafür sorgt, dass private Blog- und Forenanbieter und kleine Unternehmer einem derart unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt werden, manche gar ihre Aktivitäten ganz einstellen. Mir begegnete neulich das traurige Beispiel elektroroller-forum.de, dessen Betreiber sich nicht der Lage sah, auf die neuen Vorgaben zu reagieren. Kein Einzelfall, wie Marina Weisband schreibt:

Als Resultat haben viele Onlineangebote bereits ihre Schließung angekündigt. Man kann das natürlich als Panikmache abtun, aber ich glaube, dass es sich eher um BlogbetreiberInnen handelt, die aufrichtig nicht die Zeit, Energie und das Geld haben, um mögliche Auseinandersetzungen mit Abmahnanwälten zu riskieren.

So kann man natürlich hobbymäßiges Engagement für einen irgendwie gearteten gesellschaftlichen Diskurs auch kaputt machen. In der Zwischenzeit setzen die großen Konzerne, um die es eigentlich geht, einfach mal ihren ganzen Apparat in Bewegung und können gelassen reagieren – notfalls inklusive ganzer Rechtsabteilungen. Fair ist das nicht. Letztendlich führt das zu einem ärmeren Internet. Ach was, wahrscheinlich sogar zu einem noch kaputteren Internet.