Das das jemand ließt

Fehler passieren. Wer viel schreibt, vertippt sich auch mal. Deswegen gab’s in guten Redaktionen mal so was wie ein Vier-Augen-Prinzip. Doch auch zwei Augen sollten so was vermeiden können:

Wie auch immer, der Gute gehört einer Spezies an, (…) von der man sonst nur ließt, das sie vor allem Russland und Südostasien bewohnt (…).
Gefunden bei Spiegel Online am 21.3.2007


Keine Frage: Das Wort „ließt“ existiert. Deswegen hat die Rechtschreibprüfung wahrscheinlich auch nicht gemeckert. Aber es ist die Vergangenheitsform von lassen: „Du ließt schlecht korrigierte Artikel ins Netz stellen.“ Und das „das“? Nun ja, leider sehr beliebt. Dass (sic!) das noch keine Rechtschreibprüfung hinbekommt, ist traurig. Noch trauriger ist allerdings, dass man als Leser morgens mit so was belästigt wird. Mich persönlich ärgert so was in der Regel dermaßen, dass ich nicht weiterlese.

 

titus

 

11 Gedanken zu „Das das jemand ließt

  1. Die Vergangenheitsforum von „lassen“, heißt „ließ“. Ohne „t“
    Lesen, wird mit weichem „s“ gesprochen und „ließt“ mit scharfem „s“, also „ß“.
    Es war schon immer ein Fehler, „ließt“ als „liest“ mit „s“ zu schreiben!

  2. — Die Vergangenheitsforum von „lassen“, heißt „ließ“. Ohne „t“. —

    Ja richtig. Allerdings werden die Stammformen vor iherer Verwendung noch dekliniert, konjugiert, oder ähnliches.

    Dementsprechend:
    >> Ihr ließet (Präteritum Konjunktiv II)
    oder auch:
    >> Ihr ließt (Präteritum Indikativ)

    Wers net glauben mag, kann hier mal schaun:
    http://verben.woxikon.de/verbformen/lassen.php

    Is ganz hilfreich, wenn man sich net ganz sicher ist bei bestimmten Worten.

  3. RRRICHTIG!
    Ich kann es auch nicht ab, wenn Leute den Unterschied zwischen „das“ und „dass“ nicht kennen.
    Auch beliebt „den“ und „denn“…
    Oder „brauch“ und „braucht“…
    Ich, als Ausländer (NL), finde es erstaunlich, wie schlecht die Deutschen ihre eigene Sprache beherrschen… Naja, wenn man alle Filme ohne Untertitel und mit deutschem Tonspur im Kino & Fernsehen zeigt, wird die Mehrheit nicht mehr gezwungen, richtig zu lesen.

  4. Ach, fantastisch, ganz herzlichen Dank für die plastische Darstellung von „ließt“. Seit ich aus der Schule draußen bin, wird meine Rechtschreibung kontinuierlich schlechter, und der Unterschied zwischen liest und ließt ist mir bis gerade eben schlicht abhanden gekommen.

  5. Vielen Dank, vor allem für den tollen link !
    Kann es den vielleicht sein, dass man früher, vor der Rechtschreibreform >liest< mit ß geschrieben hat – ich hätt mich nämlich nicht getraut auf eine von den zwei Schreibweisen zu wetten…

  6. oje, jetzt hab ich tatsächlich grad einen der weiter oben beschriebenen, sehr beliebten Rechtschreibfehler miteinfließen lassen – wer findet ihn ? 🙂

  7. Nun ja, so schlimm sind Rechtsschreibfehler auch wieder nicht. Ärgerlich wird es erst, finde ich, wenn es das Textverständnis behindert. Aber das geschieht, so weit ich das überblicken kann, für gewöhnlich selten. Wobei es in bekannteren Druckmedien wirklich nervt und eigentlich eine Schande ist. Insofern bist du bestimmt im Recht!

  8. hm…gut zu wissen. aber zum aufregen…naja.
    ich hoffe für dich dein/e Freund/in macht diesen Fehler nie, sonst müßtest du dich ja von ihr trennen; so schlimm wie das ist…

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