Noch mehr Schelte für RE

Einige traditionelle Redaktionen scheinen ernsthafte Probleme zu haben mit dem, was man gerne als „Bürgerjournalismus“ bezeichnet. Denn es wird weiter kräftig geholzt gegen die „Readers Edition“, so zum Beispiel in der NZZ. Erstaunlich an solchen Veröffentlichungen ist, woher die vielen Kollegen die Sicherheit nehmen, mit der sie gegen die Notwendigkeit sogenannter Bürgermedien argumentieren. Man kann ja schließlich viel an konkreten Umsetzungen wie der „Readers Edition“ aussetzen. Aber man kann sich auf keinen Fall sicher sein, dass die Idee keine Zukunft hat.

Und: Eigentlich wollte ich hier lange nichts mehr über die „Readers Edition“ schreiben und das Projekt einfach beobachten, bis man so etwas wie eine Zwischenbilanz ziehen kann. Aber das dürfte nichts werden, wenn da ein derart ernsthaft geführter publizistischer Kampf tobt…

 

Total fertig

Ich mag Werbung. Man erinnere sich an die Mey-Möpse. Die mehr oder weniger neuen Radiospots von Microsoft allerdings, die mag ich nicht. Die kann man nicht mögen, denn man versteht sie nicht. Die Microsoft-Spots bewerben „Software für das people-ready business“. „People-ready business“? Ich muss das nicht verstehen, aber als gute Journalistin recherchiere ich eben – schlauer bin ich danach allerdings auch nicht. Nur fertig – mit der Welt und mit Microsoft sowieso.

 

Podkanzlerin

Ich gebe zu: Ich hab ihn mir noch nicht angesehen. Aber die Kritiken zum ersten Video-Podcast von Bundeskanzlerin Merkel verheißen wenig Gutes… Erfahrungsberichte gibt’s zum Beispiel bei der Readers Edition und nochmal an gleicher Stelle. Beide deuten darauf hin, dass man sich im Kanzleramt zwar lobenswerterweise innovativ gibt, die innovativen Möglichkeiten des Mediums aber sträflich vernachlässigt. Die Kanzlerin eine Ansprache halten zu lassen, ist eben so ziemlich genau das, was ich als Bürger am allerwenigsten brauche. Und die Feedback-Möglichkeit per E-Mail mag gut gemeint sein, zeigt aber, dass man noch nicht all zu viel verstanden hat. Denn wo ist die Kommentarfunktion direkt auf der Podcast-Seite? Warum können die User nicht zu den Themen des Podcasts diskutieren? Warum gibt’s keinen direkten Dialog der Bürger mit der Kanzlerin? Ach, ich träume schon wieder. Das wäre ja dann fast schon partizipative Demokratie. Von wegen wir sind das Volk und so. Wo kämen wir denn dann hin?!