Freiheit fürs Internet

Jetzt wird’s pathetisch: Die Freiheit des Webs ist in Gefahr, wenn es nach diversen Telekommunikationsfirmen geht. Stein des Anstoßes ist deren Forderung, von Content-Providern Gebühren dafür zu verlangen, dass sie das WWW nutzen, um ihre Inhalte zu den Usern zu bringen. Oder, wie es ein AT&T-Manager vor einem Jahr ausgedrückt haben soll: „Warum sollten die meine Leitungen kostenlos benutzen?“ Vielleicht, weil die User schon dafür gezahlt haben? Egal, das Thema schlägt derzeit jedenfalls Wellen, u.a. durch eine Kampagnen-Website namens savetheinternet.com, die die Anhänger der „net neutrality“ eingerichtet haben. Mehr über das Thema ist aktuell im Tages-Anzeiger zu lesen, noch aufschlussreicher ist ein Artikel der New York Times, der hier auch ohne Registrierung abrufbar ist. Die Sache klingt ersthaft bedrohlich. Also: Augen offen halten.

 

Mitmachen und gewinnen!!!

Zugegeben, ich könnte auch einfach „Umfrage“ drüber schreiben. Aber wenn es bei einer wissenschaftlichen Befragung schon mal was zu gewinnen gibt, dann soll das nicht unerwähnt bleiben. Also: Markus Ilhan bastelt gerade an seiner Diplomarbeit am Lehrstuhl Marketing der LMU München und braucht Blog-Leser, die bei einer Befragung zum Thema „Der Einfluss von Qualität auf die Glaubwürdigkeit von Weblogs“ mitmachen. Also Lohn bietet er nicht nur die Teilnahme an einer wissenschaftlichen Untersuchung (was m.E. auch schon eine Menge ist), sondern auch ganz materielle Preise für glückliche Gewinner. Ich zitiere:

«Die Leser Ihres Weblogs haben außerdem die Möglichkeit, durch eine Teilnahme an der Befragung, an der Verlosung von 1×2 Karten für das Konzert von Robbie Williams in Hockenheim am 13.08.06 sowie an der Verlosung von 3 Gutscheinen bei amazon.de im Wert von je 20,- € teilzunehmen. Die Verlosung der Karten und Gutscheine wird am 21.06.06 stattfinden und jeder Teilnehmer an der Befragung wird über den Ausgang der Verlosung informiert.»

Also los: Sofort mitmachen, zack, zack!

 

Radio und Podcasting

Seltsam ist das schon: Wenn man die Berichte vom Podcastdday (hieß das Ding wirklich so? Was für ein großes Wort!) beim Medienforum.NRW so liest, dann beschleicht einen das unangenehme Gefühl, dass ausgerechnet die wirklich vertiefenswerten Themen wieder nicht vertieft wurden. Oder anders gesagt: Warum werden immer die falschen Fragen gestellt? … 

 

Kulturkampf

Es herrscht wieder Goldgräberstimmung. Ein schönes Beispiel ist offenbar das Medienforum.NRW, nachzulesen bei Telepolis. Und wenn man sich die Berichte über derartige Veranstaltunge in letzter Zeit so ansieht, dann treffen da in letzter Zeit regelmäßig verschiedene Kulturen aufeinander: Die etablierten Medienprofis, die mit neuen Hypes schnell viel Geld verdienen wollen, und diejenigen, die ich mal „ambitionierte Amateure“ nennen will – Menschen, die neue mediale Ausdrucksformen aus kreativen Motiven heraus ausprobieren und damit experimentieren. Natürlich sind die Grenzen zwischen beiden Spezies fließend, aber der Eindruck ist doch: Da wächst zusammen, was nicht zusammen gehört – denn die Ziele und Wertvorstellungen könnten fast nicht unterschiedlicher sein. Immerhin: Amüsant zu beobachten ist dieser „Kampf der Kulturen“ allemal… Wenn das mal gut geht!

Nachtrag: Das Blog zum Medienforum ist sehr aufschlussreich, vor allem die Zitatesammlungen und neueren Beiträge – lässt alles schön tief blicken.

 

Nebenjob für Spreeblick

Wer sich fragt, ob man vom Bloggen leben kann, sollte sich in der nächsten Zeit die Site Mobile Macs mal genauer anschauen: Gegründet und aufgebaut wurde das Ganze vom Mobilfunkbetreiber O2 als Austausch- und Wissensplattform für Know-How rund um den Mac und seine Zusammenarbeit mit mobilen Geräte. Nun zieht sich O2 auf die Rolle als Sponsor zurück und lässt Max Winde und Johnny Häusler von Spreeblick das Blog betreuen, sprich: Die eigentliche Arbeit machen (via macnews.de).

 

EIN HOCH AUF FINNLAND!

Nein, ich habe keine Stimme abgegeben, auch wenn mich gleich mehrere Leute via SMS gefragt haben: Lordi haben ohne mein Zutun den Eurovision Song Contest gewonnen. Das nur zur Klarstellung. Ich habe davon am nächsten Morgen am Frühstückstisch via Radio erfahren. Ich knabberte gemütlich am Sonntagmorgentoast und lauschte eher nebenbei den SWR1-Nachrichten – irgendwann die Ortsmarke „Athen“. Ohren auf Hab-Acht-Stellung, könnte ja jetzt was über den Contest kommen. In der Tat: und fast wär ich vom Stuhl gekippt: Die finnische Hardrock-Band Lordi hat den Contest gewonnen. … 

 

Die alte Debatte

Schön, dass es noch Menschen gibt, die sich Gedanken über das alte Spannungsfeld zwischen Blogs und Journalismus machen, die keiner mehr hören kann und will. Unter dem Titel „Erbarmen – schon wieder Blogs vs. Journalismus“ setzt sich Fabian Mohr mit den neuesten Ergüssen selbst ernannter und nur teilweise sachkundiger Experten auseinander. Um nicht zu sagen: Er zerlegt sie. Wenn nur alle auf Leute wie ihn hören würden!

 

Aus der Zeitung vorlesen

Böse Zungen behaupten, man bräuchte nur das Radio einschalten, um sich aus der Zeitung vorlesen zu lassen. Gelegentlich mag das vorkommen. Interessant ist aber die umgekehrte Entwicklung: Zeitung zum Hören kommt anscheinend immer mehr. Jetzt springt auch die FAZ auf den Zug auf und bietet ganze Dossiers zum Anhören, berichtet w&v. 2-3 Stunden Zeitung, und das auch noch monothematisch – das ist natürlich ein harter Brocken. Leider ist das Ganze nicht kostenlos: Mit 14,90 Euro kann so ein Dossier ganz schön ins Geld gehen. Immerhin soll es auch kostenlose Podcasts geben, heißt es auf der entsprechenden FAZ-Seite.

 

"20 Millionen Redakteure gesucht"

Klar, dass man mit dieser Headline zitiert wird: Die Netzeitung sucht allerdings streng genommen keine Redakteure, sondern Blogger für ihre „Reader’s Edition„. Klingt nach ernst genommenem Bürgerjournalismus. Allerdings stellt sich dann die Frage, warum man dafür eine eigene Site aufbaut und das nicht gleich direkt in die Netzeitung integriert. So dürfen die Laien anscheinend erst ein bisschen im Sandkasten spielen, und wenn sie das gut machen, dann kommen sie vielleicht auch in die „richtige“ Online-Zeitung. Mehr zum Thema und Diskussionen gibt’s bei onlinejournalismus.de.

 

It's happening again…

Samstag in München, blauer Himmel, Schäfchenwolken, Sonnenschein, ca. 25 Grad. Eines der ersten Frühsommer-Wochenenden des Jahres. Schiebedach auf, Fenster auf, von Italien träumen, Autoradio an, durchzappen, hängenbleiben, hören… „It’s raining again“. Von Supertramp. Auf einem Münchner Mainstream-Sender, es ist egal, welcher es war.
Computer sind schon praktisch. Mit der richtigen Software machen sie wunderbare Playlisten, sparen Musikredakteure ein und spielen die Songs nachher auch noch ab. Und wenn so eine computergenerierte Playlist schon mal da ist – warum verändern? Warum sich die Mühe machen und schauen, wie das Wetter wird, unpassende Titel rausschmeißen und passende Titel reinnehmen? Vor fast zehn Jahren gab es einen Chefredakteur, der machte sowas. Aussterbende Spezies. Oder vielmehr ausgestorbene.