Vorsicht! Suchtgefahr!

Ich gestehe, ich bin süchtig. Alle vier Jahre überkommt mich ein so intensives Suchtverlangen, dem ich einfach nachgeben muss. Begonnen hat die Sucht 1982, damals waren sie in grüne Tüten verpackt. Vier Jahre später war das Tütchen größtenteils weiß; dann dachte ich, hätte meine Sucht im Griff, aber im Jahr 2002 brach sie wieder aus – jetzt in blau-gelbem Gewand. In diesem Jahr kenne ich die Farbe noch nicht, aber ab diesem Montag werde ich es wissen. … 

 

Keine Grammatik-Garantie

Schon das mit der Hitgarantie ist ja beim Münchner Radiosender Gong 96,3 so eine Sache… Aber zumindest sind die Gongis so vernüftig, nicht auch noch eine Grammatik-Garantie zu geben, denn dieses Versprechen könnte so manche(r) Moderator(in) nicht einhalten. Kostproben gefällig? Bitteschön: „… die Bayern lernen jedem Gegner das Fürchten“ und „an Ostern feiern wir die Auferstehung Jesus Christus“. Wie sagte schon unser Ede? „Wir müssen den Kindern mehr Deutsch lernen“.

 

Leckerbissen für Sprachwissenschaftler

Ausnahmsweise heute mal ein Buchtipp, eigentlich mehr ein Surftipp: „The Meaning Of Tingo“ von Adam Jacot de Boinod. Normalerweise ist das hier nicht der Platz für solche Empfehlungen, schon allein weil diese schon ein paar Wochen alt ist und auch schon gedruckt wurde. Aber das Thema ist absolut spannend für Menschen, die sich mit Sprache beschäftigen, und das Buch klingt vielversprechend. Interessant ist an diesem Beispiel aber auch, wie so ein Buchprojekt im Netz fortgesetzt werden kann. Noch ist das begleitende Blog zwar klein, aber erfreut sich reger Beteiligung in den Kommentaren. Gerade bei einem dermaßen aufwändigen Thema wie vergleichender Sprachwissenschaft (um nichts anderes handelt es sich im Prinzip bei dem, was Adam Jacot de Boinod da treibt) ein guter Ansatz, um die Forschungsarbeit fortzuführen – ganz einfach vom heimischen Schreibtisch aus. Wenn der Autor das durchhält, dann schreibt sich das nächste Buch quasi von selbst.

 

Podcasting für Anfänger als Podcast

So was am frühen Morgen. Wer weiß, ob das überhaupt ein Podcast ist… Tatsache ist: sueddeutsche.de erklärt heute Podcasting für Anfänger (bzw. lässt es von zwei Podcastern erklären). Schade ist, dass immer von Downloads die Rede ist – die Geschichte mit dem automatisierten Abo (Stichwort RSS-Feed) wird erst in der Audiodatei erklärt, das aber durchaus sauber. Die ist im Übrigen wirklich nur was für Anfänger: Denn die Tonqualität ist noch ein bisschen ausbaufähig.

 

Wenn Blogs Bücher werden…

…dann braucht’s dafür offenbar als erstes einen eigenen Namen. Das ist jedenfalls der Eindruck, den ein entsprechender Telepolis-Artikel heute nahe legt. Die Namensgebung ist dabei natürlich nur ein Randaspekt, und ob sich Wortschöpfungen nach Schema F wie „Blook(s)“ bzw. „Bluch/Blücher“ durchsetzen, wird sich zeigen. In England jedenfalls gibt’s für das Genre schon einen Preis, und wir dürfen gespannt sein, ob hier auch bald gedruckte Blogs ausgezeichnet werden. Eigentlich ist diese Entwicklung nur folgerichtig und sicher auch überfällig. Natürlich eignet sich nicht jedes Blog für eine Buchveröffentlichung (dieses hier z.B. eher nicht). Doch vor allem bei eher tagebuchartigen Blogs liegt der Schritt nahe. Allerdings dürfte damit auch schwerlich ein neues Genre entstehen: Tagebuchromane gibts doch schon etwas länger…