Dicke Möpse

Heute mal eine Gast-Bloggerin: Mein Preis für die beste dezidiert nicht sexistische Anzeige des Jahres mit besonderer Auszeichnung für sprachliches Niveau geht an die Wäschemodenfirma Mey. Da blättert frau nichtsahnend die Gala durch (ja, ich lese sie und schäme mich nicht) und stösst auf diese doppelseitige Anzeige: Zwei kleine dicke Möpse, die frau unschuldig-zutraulich entgegenstarren. Und daneben folgende Überschrift: „Möpse mögen Mey“. Und darunter folgender Text:

„Möpse gehören nicht in einen Zwinger. Gerade wer selbst welche besitzt, weiß, was sie stattdessen brauchen: Körbchen, in denen sie es weich und bequem haben. Denn Möpse sind bekanntlich sehr sensibel. Das hat einen entscheidenden Vorteil. Sie merken selbst, ob ihr Halter der richtige ist. Falls nicht – hier finden sie einen, wo auch ihre Lieblinge es besser haben: www.mey.de.“

Und was macht frau nun? Sich totlachen – alle humorlosen Feministinnen dieser Welt bedauern – und Mey-Wäsche kaufen.

 

Was den journalistischen Nachwuchs so umtreibt

Man möchte schreien. Amok laufen. Oder noch besser: Die frechen, eingebildeten Bengel einfach wachrütteln und anschließend erst mal ordentlich ohrfeigen. Aber all das wird nix helfen. Gegen Hybris ist kein Kraut gewachsen, da hilft nur eigenständiges Aufdieschnauzefallen. Fabian Mohr berichtet über erstaunliche Ansichten angehender Top-Journalisten. Kurz gesagt: Internet und insbesonders Blogs sind scheiße, nur Zeitung ist echter Journalismus, dem Medium gehört die Zukunft.
Nun gibt es sicherlich Menschen, die im Zeitungsjournalismus die Erfüllung sehen. Ich war auch mal sauer, als man mir die Frage stellte, ob ich es je bereut hätte, kein Zeitungsvolontariat absolviert zu haben. Aber dass man als junger Mensch, der mit Online-Medien quasi aufgewachsen ist, diese Realität dermaßen ausblendet, das lässt einen sprachlos zurück. Man kommt ins Grübeln. Und stellt sich die Frage nach möglichen Ursachen: Macht die Ausbildung aus diesen Menschen diese eingebildeten Möchtegern-Journalisten-Aristokraten? Oder zieht die Art der Ausbildung nur einen bestimmten Menschenschlag an? Oder lässt das Auswahlverfahren nur eingebildete Typen mit verengtem Blick durch?

 

Schön schief

Vor vielen, vielen Jahren, in meiner journalistischen Ausbildung, wurde ich gelegentlich vor „schiefen Bildern“ gewarnt. Manche Bilder sind aber so schief, dass sie einfach zu schön sind. Zitat:

„Altötting ist an sich schon ein wichtiger Wallfahrtsort für Katholiken mit vielen tausend Besuchern jährlich. Wenn im September allerdings der Papst in die Stadt kommt, wird der Teufel los sein.“
(entdeckt in einem Dossier über den anstehenden Papst-Besuch bei BR-Online)

Nun ja… Wollen wir mal hoffen, dass sich dadurch niemand in seinen religiösen Gefühlen verletzt fühlt. Könnte sonst ungemütlich werden.

 

Gold für Netzer!

Italien-Deutschland. Halbzeitpause. Es steht 3:0 für Italien. Im Studio: Gerhard Delling und Günther Netzer, seltsam gewandet wie eine Christbaumkugel oder als hätte er das Ende des Karnevals verpennt.
Guenther Netzer in goldenem Sakko, schwarz-goldener Weste und goldener Krawatte(Klick macht’s groß)
Eine professionelle Blitzrecherche ergab: Es handelte sich um eine verlorene Wette bei „Wetten, dass…?“, Netzer sollte in „Gottschalk-Klamotten“ ran. Das ist ihm gelungen, nur an der Frisur hätte er noch was machen können. Aber mal ehrlich: Man hätte ihm natürlich auch zugetraut, direkt vom Kehraus ins Studio zu gehen.