Geld verdienen mit Podcasting?

Wer geglaubt hat, Podcasting würde eine nichtkommerzielle Insel der Glückseligen bleiben, der wird zunehmend bitter enttäuscht: Immer mehr Podcasts experimentieren offenbar bereits mit Sponsoringmodellen und anderen Möglichkeiten, Geld zu verdienen, schreibt Satnews.de. Quintessenz: Es läuft in vielen Fällen auf einfaches Sponsoring hinaus (nach dem Motto: Ich gebe dir Geld, du sagst dann, dass ich dir Geld gegeben habe). Auch Podcasts als Werbemedium für klassische Medien (z.B. Fernsehen) scheinen sich einer einer gewissen Beliebtheit zu erfreuen. Reine Bezahlmodelle entwickeln sich demnach aber erst allmählich. Und über Schleichwerbung redet natürlich keiner… 😉

 

Lesetipp zur Lesereise

Ist zwar alles andere als ein typisches Blog – sondern eher so was wie eine virtuelle episodenhafte Reiseerzählung – aber dennoch lesenswert: Deutschland – Eine Lesereise von Jan Weiler. Man merkt natürlich, dass er Profi ist, seine Berichte sind überlegt und elaboriert, nicht einfach nur auf die Schnelle in die Tastatur gehackt. Wenn er wirklich zu allen Stationen seiner Lesung was schreibt, dann wird das eine sehr umfassende Angelegenheit und eigentlich auch gleich das nächste Buch.

 

Blogphilosophisches aus Karslruhe

Die Überschrift lässt wenig gutes vermuten. Dabei scheint die Tagung „WEBLOGS, PODCASTING & VIDEOJOURNALISMUS – Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potentialen“ in Karlsruhe recht interessant und aufschlussreich gewesen zu sein. Vorausgesetzt, man kann die teilweise etwas kryptischen Notizen, die dabei entstanden sind, entschlüsseln. Nachlesen lassen sich die unter anderem…

Trotz der teilweise alles andere als neuartigen Themen lassen die Berichte eine unterhaltsame Veranstaltung erahnen, und auch wir Mitleser können noch was lernen. Liegt vielleicht an den „Berichterstattern“ in diesem Fall… 😉

 

Eine wahre Geschichte aus dem vereinigten Europa

Ja, die gastauftritt-Sommerpause ist etwas lang geraten. Sollte sie eigentlich gar nicht, aber ich hatte ein paar wichtige Dinge an einem schönen Sandstrand etwas weiter südlich von hier zu erledigen… 😉 Und dabei ist mir auch etwas passiert, was vielen deutschen Urlaubern (nicht nur in Italien) passiert: Man hört einen Song im Radio, der einem wahnsinnig gut gefällt. Man beschließt: Haben will… Ach was, haben muss! Und dann marschiert man nach der Rückkehr als allererstes virtuell in den Downloadshop seines Vertrauens, um das Stück und vielleicht noch ein paar weitere auf legalem Wege käuflich zu erwerben, denn wofür sind wir denn in diesem vereinigten Europa? Eben. Da ist es ja wohl das Mindeste, dass ich mir irgendwo auf legalem Wege einen italienischen Song runterladen kann. Wir haben mittlerweile immer mehr ähnliche Gesetze, fast die gleichen Straßenschilder, die gleichen Probleme, das gleiche Geld (leider mittlerweile auch die gleichen Preise in den Restaurants), hören bis auf wenige nationale und regionale Künstler sowieso überall die gleiche Musik, also sollte die wenige nicht gleiche Musik ja auch in den (gleichen) legalen Downloadangeboten geben. Äh, jein, ruft da die Musikindustrie dazwischen. Oder, wie es der iTunes Music Store auf meine verzweifelte Anfrage hin formuliert: „In Übereinstimmung mit den Verträgen zwischen Apple, den Interpreten und den Plattenfirmen steht der iTunes Music Store Einwohnern der folgenden Länder zur Verfügung. Unterstützte Zahlungskarten müssen von Banken in dem Land ausgestellt worden, in dem Sie wohnhaft sind. (…) Kunden außerhalb dieser Länder können iTunes verwenden, um im iTunes Music Store zu stöbern, Hörproben anzuhören und Videos anzusehen.“ Im Klartext: Selbst mit meiner überall in Europa gültigen Kreditkarte kann ich meinen italienischen Song nicht kaufen. Ich würde sogar das doppelte dafür bezahlen, aber ich darf nicht. Denn das Ding ist bislang nur in Italien veröffentlicht, also nur in der italienischen Version des iTMS zu haben. Ich darf 30-Sekunden-Schnipsel vorhören, sogar von jedem einzelnen Song auf jedem Album, aber den einen Song, der mein Herz an kalten Wintertagen erwärmen soll, den wollen sie mir nicht geben, obwohl sie ihn haben und in Italien auch anbieten. Aber hier ist eben Deutschland. Irgendjemand will das so – und ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Musiker selbst sind oder dass der Betreiber des Shops sich diesen Blödsinn ausgedacht hat. O.k., denke ich mir, du bist ein mündiger Konsument, kaufste dieses blöde Lied halt woanders. Woanders? Woanders gibt’s entweder gar nicht, oder woanders ist mein Betriebssystem nicht erwünscht oder woanders habe ich auch den falschen Wohnsitz, das falsche Bankkonto usw. Da hör ich schon die ersten rufen: „Du blöder Internetsüchtiger, dann kauf halt eine richtige CD!“ Ja, mein verzagtes fernwehgeplagtes Herz schöpft wieder Mut: Eine richtige CD, mit Booklet und allem drum und dran, die fünf Euro mehr ist mir dieses Album wert. Denn vorhören durfte ich ja im Netz, und das Album gefiel mir richtig gut. Also schau ich voller Hoffnung, ob ein großer Versandhändler mein Kaufbedürfnis befriedigen kann. Er kann tatsächlich. Ich müssste eine Woche warten, aber auch das nähme ich in Kauf. „Meins, meins, meins, endlich meins!“, denke ich mir, klicke schon auf den Einkaufswagen, da sehe ich den Preis: 22,99. Nicht Mark. Sondern Euro. Wahrscheinlich, weil es eine besonders tolle „Importware“ ist oder so was. Fast 45 Mark für eine CD? Aus Italien? Nein, so viel ist mir mein Traum von Urlaubsstimmung an kalten Herbsttagen nicht wert. Etwas wie „freier Verkehr von Personen, Gütern und Kapital“ durchzuckt meine Gedanken. Ich muss hysterisch lachen. Ich darf im richtigen Leben ungestraft 30 Liter Wein und diverse Spirituosen einführen, werde an den Grenzen nicht kontrolliert, aber sobald ich im Internet etwas bestelle, sind die abgeschafften Grenzen wieder da… Ich muss heute wählen gehen. Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera. Freiheit ist nicht dabei. Und meine Musik schon gleich gar nicht. Armes Europa!
Ach ja: Auf mehr oder weniger illegalem Wege bekäme ich natürlich das ganze Album mit dem Song drauf. Einfach so.