Schöner podcasten

O.k., der Titel verwirrt. Denn eigentlich geht’s nicht um schöneres Podcasten, sondern darum, wie man Podcasts noch schöner empfangen kann. Für die Nutzer eines iPods dürften mit iTunes 4.9 nämlich die Tage von iPodder und Co. gezählt sein. Die Software kann das jetzt selber, über den iTunes Music Store (iTMS) kann man direkt zahlreiche Podcasts abonnieren. Wer selber über iTMS seine Podcasts anbieten will, kann direkt die URL zu seinem Feed eingeben.
Außerdem <a href="hat Audible.com angekündigt, künftig auch Podcast-Abos zu verkaufen (via iPodFun.de). Man braucht nicht viel Fantasie und noch weniger Optimismus, um zu prognostizieren, dass das alles zusammen die ganze Podcasting-Geschichte etwas aus der Freak-Ecke herausholen wird. Ob das ein Vorteil ist, wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist es erst mal spannend.

 

Buntes Geblogge

Aha, jetzt also auch die Bunte. Hat sich wohl herumgesprochen, dass Bloggen irgendwie wohl angesagt ist, deswegen glänzen jetzt ein paar Sternchen (bislang exakt drei: Eva Padberg, Nova Meierhenrich und Regina Halmich) mit ihren „Starblogs“ bei der Bunten. Klar ist das nicht jedermanns Sache, auch jederfrau fährt vielleicht nicht unbedingt drauf ab. Aber auf alle Fälle eine zielgruppengerechte Umsetzung eines Trends. Als Podcast wäre es natürlich noch interessanter.

 

Governator als Podcast

Ist zwar schon ein paar Tage alt, aber zu wichtig, um es zu verschweigen: Arnold Schwarzenegger gibt’s jetzt auch als Podcast (via macnews.de). Und auch wenn die Streaming-Version was anderes nahelegt (die funktioniert nämlich offenbar nur mit Windows Media Player): Der Podcast selbst läuft auch mit iPodder, iTunes und Co. Die Soundqualität ist dann auch besser als beim Stream. Und inhaltlich… Naja, der Arnie ist halt ein ganz toller Kerl, der die Welt Kalifornien vor dem sicheren Untergang gerettet hat! Allerdings klingt der Text etwas abgelesen und Schwarzenegger macht fast den Eindruck, als wäre er nicht besonders motiviert bei der Sache. Aber das ist natürlich nur meine Interpretation…

 

Paris Hilton und Barroso in einem Boot?

Kann es wirklich sein, dass die gesamten Boulevard-Kollegen sich DAS entgehen lassen? Gut, ich bin auch nur drauf gekommen, weil mir jemand die Frage gestellt hat… Aber der Reihe nach: Paris Hiltons Verlobter heißt bekanntlich Paris (nur anders gesprochen, wobei Frau Hilton da keinen Unterschied macht). Er ist Grieche, Sohn stinkreicher Eltern, die ihr Geld als Reeder und Banker verdienen (bzw. der Vater). Und sein Nachname lautet Latsis. Und dann hat da noch EU-Kommissionspräsident Barroso jede Menge Ärger am Hals – wegen einer Einladung auf der Yacht (mit dem schönen Namen Paris!) des griechischen Reeders und Bankiers Spiros… Latsis. Kann das Zufall sein? Nein, ist es nicht. Zufälligerweise passiert aber nicht besonders viel, wenn man diesen Zusammenhang durch die Suchmaschinen jagt (zum Beispiel hier oder hier, auch weitere Kombinationen der Suchbegriffe sind nicht wesentlich erfolgreicher). Im deutschsprachigen Bereich scheint gar nur „Clara aus’m Loft“ den Zusammenhang bemerkt zu haben, sie geht den Verwandtschaftsverhältnissen aber auch nicht weiter nach und sagt, Spiros Latsis sei der Vater von Paris Latsis und ist sich da mit einem portugiesischen People-Magazin einig, für andere dagegen ist er der Onkel. Wie auch immer die beiden verwandt sein mögen, sie sind es sehr eng. Ich versuche mir da gerade einen kleinen Familienausflug vorzustellen: José Manuel Barroso und Paris Hilton aalen sich auf ein und derselben Yacht in der Sonne, haben sich vielleicht gar gegenseitig eingecremt… Leute, das SCHREIT doch nach einer launigen Riesengeschichte in mindestens einer großen Boulevardzeitung! Wobei man sich das vielleicht besser für’s Sommerloch aufhebt. Aber einfach so darüber hinweg gehen?

 

Und nochmal Blogwahlkampf, #3

Da lässt man sich erst recht theoretisch aus, wie zum Beispiel Blogs im Wahlkampf funktionieren könnten, und dann so was: Jemand macht vor, wie so was aussehen könnte. Warum kommen solche Geschichten nicht von den betroffenen Parteien? Interessant wäre nun das Ganze zum Beispiel aus dem Blickwinkel genau der Grünen-Mitarbeiter, die im beschriebenen Café gegenüber gerade ihren Cappuccino oder sonst was geschlürft haben, als das Plakat entrollt wurde. Der Leser hätte dann die Chance, solche Wahlkampfaktionen praktisch live mitzuerleben. Worauf es in der Regel bei Wahlkampfreden und anderen Aktion ankommt, ist ja oftmals nicht so sehr die Aussage an sich (die in der Regel zur Genüge bekannt ist) – mindestens ebenso spannend ist das ganze Drumherum. Zum Beispiel, welche Fragen sich der auf verlorenem Posten in der Fußgängerzone kämpfende Straßenwahlkämpfer gefallen lassen muss, ob er seine potenziellen Wähler überzeugen kann, ob es auch am Stand des Gegners vielleicht ähnlich aussieht, kurz: Wie die Stimmung „an der Basis“ (nicht der Parteibasis) so ist und wie die wahlkämpfenden Politiker damit umgehen. Eben das, was abseits der via Tageszeitungen und Nachrichtensendungen geführten Diskussionen und eben dort formulierten Positionen noch passiert. Die Nahaufnahme sozusagen. Nur mal so als eine von vielen möglichen Ideen.

 

Blogwahlkampf #2

Zunächst ein kleiner Nachtrag zu meinem letzten Posting in Sachen Blogwahlkampf: Auch bei den Grünen wird gebloggt, dafür ist offenbar die Jugend verantwortlich. Allerdings haben die Junggrünen ihr Blog erst seit ein paar Tagen online und noch dazu gut versteckt: Nicht mal über die Homepage der Organisation ist es erreichbar.
Die FDP hingegen scheint mehr auf Diskussionsforen zu setzen. Davon allerdings reichlich. So kann man auch bei der FDP am Programm mitarbeiten (vgl. Grünes Wiki). Allerdings nicht direkt auf Wiki-Basis, sondern wir Bürger sind aufgerufen, unseren Senf in Diskussionsforen dazu zu geben. Darüber hinaus springt uns Möchtegern-Wahlkampf-Beobachtern der Link „News-Feed“ auf dem FDP-Portal ins Auge. Sieht zwar zunächst so aus, als gäb’s hier zumindest was blogähnliches – dahinter verbergen sich dann aber doch nur die Pressmitteilungen. Immerhin per RSS-Feed.
Und dann wäre da noch die PDS: Auch hier ist zunächst kein echtes Blog erkennbar, aber dafür ein gut ausgebauter News-Bereich mit Pressespiegel, der direkt an ein Forum angebunden ist.

 

Zukunftsmusik

Laut Wired (via Netzpolitik.org) ist das Formatradio in den USA ordentlich im Umbruch. Statt immer enger definierte Formate zu fahren, gehen demnach dort die Sender zunehmend dazu über, eine Art riesigen musikalischen Gemischtwarenladen anzubieten. O.k., das klingt im ersten Moment nicht recht viel anders als die hier sattsam bekannten „besten Hits der 60er, 70er, 80er, 90er und überhaupt“; der große Unterschied ist aber, dass bei diesen neuen Formaten à la Jack FM auch echte Überraschungen und Raritäten auf den virtuellen Plattenteller kommen. Gerade als ich diese Zeilen schreibe, hat z.B.bei Jack FM gerade eine noch nie gehörte richtige Rocknummer von Chicago („Feelin‘ Stronger Every Day“, nicht die üblichen Schnulzen) aufgehört, dann liefen die Beatles mit „Free As A Bird“. Auch schon ein paar Jahre nicht mehr gehört. Danach Sheryl Crow & Stevie Nicks mit „Strong Enough (To Be My Man)“, und zwar live, dann Prince mit „Purple Rain“.
Die Grundidee erinnert gewissermaßen an große iPod-Musikbibliotheken und die Shuffle-Funktion…

„Inspired by Canadian stations who developed the format several years ago, the Jack operations boast unusually large, iPod-style playlists of as many as 1,000 songs. Commercial radio has traditionally relied upon predictability — you’ll hear that new Britney Spears song 15 times a day, and you’ll like it! — and some stations rotate as few as 200 songs.“

Aber Vorsicht! Das bezieht sich natürlich auf die USA – hierzulande sind die Musikarchive der meisten Sender und auch die Anzahl der Titel in der Rotation doch (noch!) ein bisschen größer. Das sorgt aber auch nicht immer für Abwechslung und Überraschungen… Allerdings ist natürlich auch dieses Jack-FM-Format jetzt nicht die Rettung des Radios – denn am Horizont tauchen schon neue Probleme auf:

„But if your car stereo sounds like your iPod, just with a bunch of commercials and snotty promos, why would you listen? Indeed, some critics say radio won’t survive unless it remembers that its only unique selling point is its ability to provide companionship.“

Demnach wäre die Zukunft des Radios eine mehr oder minder wüste musikalische Mischung, präsentiert von echten Menschen im Studio, die genau so agieren (und nicht wie Sprechpuppen). Klingt fast wie Radio vor vielen, vielen Jahren…
Übrigens: Nach Prince kamen Simply Red mit „Money’s Too Tight (To Mention)“, dann die Red Hot Chili Peppers mit „Love Rollercoaster“.

 

Blogwahlkampf #1

Vor ein paar Tagen sah es noch ganz so aus, als würde sich die Zahl der Blogs in diesem Bundestagswahlkampf 2005 in engen Grenzen halten – man konnte sich noch ganz spekulativ über den Netzwahlkampf 2005 verbreiten. Das hat sich mittlerweile geändert, immer mehr explizite Wahlblogs betreten die virtuelle Bühne, andere (die sich normalerweise mit anderen Dingen beschäftigen) nehmen sich ebenfalls des Themas an.
Dabei sind zweierlei Ansätze zu unterscheiden: Einerseits sind mehr oder minder unabhängige Blogs denkbar, die sozusagen von außen als Beobachter Themen aus dem Wahlkampf aufgreifen und verarbeiten, andererseits auch solche, die direkt von den Parteien gemacht werden. Natürlich sind innerhalb dieser beiden Gruppen wieder jede Menge verschiedene Richtungen und Abstufungen möglich; schließlich ist es ein Unterschied, ob ich beispielsweise als „Parteisoldat“ einen Blick hinter die Wahlkampfkulissen gewähre oder den Wahlkampf des Gegners auseinandernehme.
Bei den unabhängigen Blogs fallen zunächst einmal zwei ins Auge: Das Wahlblog geht auf eine Initiative von Nico Lumma in seinem Blog Lummaland zurück. Verschiedene feste Blogger unterschiedlicher Couleur nehmen sich unter dem zweideutigen Titel „Stimmen zur Bundestagswahl“ diverser Wahlkampfthemen an. dann wäre da noch das wahlblog05.de, eine Initiative von der „Initiative für interaktive Demokratie„: Es ist das erste Blog zur geplanten Bundestagswahl 2005, und auch hier findet sich in erste Linie wahlkampfbeobachtendes. Noch nicht gestartet ist dagegen Wahl-Blog.de, da könnte auch noch was kommen. Und auch die Handelsblatt-Korrespondenten in Berlin bloggen fleißig mit – als „Wahlbeobachter„. Übrigens: Die Domain wahlbeobachter.de ist leider schon registriert, aber noch etwas inhaltsarm. man könnte jetzt natürlich spekulieren, ob der rote Punkt vor dem „de“ auf die künftigen Betreiber schließen lässt… Aber das heißt natürlich gar nichts.
Außerdem hat die SPD bereits ihr eigenes Blog, eigentlich sogar mehrere. Schon im NRW-Wahlkampf spielte das Blog der NRW-SPD eine gewisse Rolle, und das wird jetzt wohl einfach fortgeführt. Zusätzlich haben die Websozis ihr eigenes Projekt gestartet, das im eher als Watchblog daherkommt und hauptsächlich den politischen Gegner im Visier hat – hier gehts also nicht so sehr um die eigene Kampagne und auch nicht darum, einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Und auch die Kollegen von der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) bloggen bereits, wobei bislang der Wahlkampf kaum eine Rolle spielt.
Schließlich wären da noch die Blogs, die zwar nicht ausschließlich die geplanten Wahlen zum Thema haben, sich aber doch zum großen Teil damit beschäftigen. Als Beispiele könnte man hier Angebote wie das „Artikel-20-Blog“ oder den Informationsdienst election.de nennen, der vor allem Zahlen und Prognosen bietet.
Natürlich erhebt diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit – das kann nur eine Momentaufnahme sein. Man kann zum Beispiel davon ausgehen, dass auch bald die Grünen bloggen werden (auf ihrer Homepage sucht die Grüne Jugend beispielsweise ganz gezielt Blogger bzw. den einen oder anderen „Web-Blog Schreiberling“ [sic!]) und dass weitere Formen virtueller Wahlkampfkommunikation entstehen werden. Ich persönlich freue mich ja am meisten auf den ersten und ultimativen Wahlkampfpodcast… 🙂

 

Such den Button!

Wenn jemand ein richtig viel besuchtes Nachrichtenangebot im Netz aufbaut oder umgestaltet, was ist dann die oberste Devise? Mal abgesehen davon, dass irgendwie das Corporate Design umgesetzt wird? Natürlich, es muss benutzerfreundlich sein, damit die Nutzer möglichst oft zu mir kommen und dort lange bleiben. Usability heißt das so schön auf neudeutsch.
Online-Magazine machen nun oft dadurch Werbung für sich selbst, dass Leser einzelne Artikel an Freunde weiter schicken, die dann wiederum die Seite aufrufen, wieder einen Link zum Artikel versenden usw. Aber wie um Himmels willen kommt man als Webdesigner auf die Idee, dass jemand einen Artikel versenden will, BEVOR er ihn liest? Also: Warum ist der Link zum Versenden bei manchen Angeboten ÜBER dem Artikel und nicht darunter? Als Beispiel könnte man Spiegel Online und die Netzeitung anführen. Wenn ich da einen Artikel gelesen habe und versenden will, muss ich erst wieder ganz nach oben scrollen, bevor ich ihn versenden kann. Andere wie Bild oder Telepolis bringen den Button oder Link nach dem Artikel – kein scrollen, kein Suchen, kein Zeitverlust. Und wieder andere – wie beispielsweise die Zeit – kommen gar auf die Idee, mir als Benutzer einfach die Wahl zu lassen und arbeiten gar (wie verschwenderisch!) mit zwei Buttons zum Versenden: Einmal oben rechts, einmal unten rechts.
Wahrscheinlich machen sich die meisten Webdesigner und auch Nutzer gar keine Gedanken darüber. Dabei verschenkt man möglicherweise Leser auf diese Art. Denn in der Zeit, in der als Benutzer auf der Suche nach dem meinem Link zum Versenden des Artikels bin, überlege ich es mir vielleicht nochmal – und sorge so für ein paar Klicks weniger auf den Artikel. Schade eigentlich.