Radio schauen

Gemeinhin gilt Radio ja eher als akustisches Medium, weniger als optisches. Das soll sich aber bald ändern, schreibt dpa (via Heise), durch „Visual Radio“. Klingt interessant. Ob’s der Knaller wird, muss man sehen – UMTS lässt grüßen. Gegen ein bisschen optische Interaktion mit dem Hörer ist aber nichts einzuwenden. So lange ich im Studio nicht dauern beobachtet werde… Aber das wäre dann ja auch Fernsehen: Frühschichtenfernsehen.

 

Promi-Blogging

…scheint im Trend zu liegen. Aber nicht jeder Promi muss sein eigenes Blog füttern. Über ein interessantes Projekt, bei dem die Prominenten nur mitmachen, nicht komplett selbst machen, berichtet heute Florian Rötzer bei Telepolis. Mal ganz abgesehen davon, dass man seine Ansichten über bloggende Journalisten als bloggender Journalist nicht wirklich gutheißen kann, steckt im vorgestellten Konzept eines magazinartigen Gruppenblogs sicher eine Menge Potenzial – natürlich auch zum Scheitern. Interessant wäre allerdings, ob so ein „Gruppenblog mit Prominenten“ dann noch als solches wahrgenommen wird – oder ob der unbedarfte Leser nicht einfach ein meinungsorientiertes Online-Magazin mit einigen Beiträgen von Promis sieht.

 

E-Mails und SMS machen blöd

Gut, dass SMS nicht unbedingt durch intellektuelle Tiefe glänzen, lässt man sich noch eingehen. Dass das auf E-Mails und allgemein auf die immer häufiger auf einen einprasselnden Informationen in jeglicher Form zutreffen soll, mutet doch reichlich seltsam an – schließlich soll Lesen ja auch bilden. Egal, jedenfalls kommen britische Psychologen offenbar zu dem Schluss, dass häufiges Lesen und Schreiben von E-Mails der Intelligenz sehr abträglich sei, berichtet Telepolis. Wobei dieses Studienergebnis – auch das wird in dem Artikel klar – durchaus fragwürdig ist. Besonders hervorzuheben scheint aber der folgende Absatz:

62 Prozent der Befragten erklärten, dass sie Emails und SMS andauernd überprüfen und auch arbeitsbezogene Mitteilungen in ihrer Freizeit und im Urlaub beantworten. Die Hälfte sagte, sie würden eine Email sofort beantworten, ein Fünftel würde dafür auch ein Treffen oder das Essen unterbrechen. Und 90 Prozent sagten, dass Kollegen, die eine SMS oder Email während eines Gesprächs beantworteten, sehr unhöflich seien. Gleichzeitig meinte jedoch ein Drittel, dass man dies dennoch machen könne und dass dies auch ein effizientes Verhalten demonstriere.

Da kann man natürlich nur sagen: Selber schuld! Wer sich zum Sklaven seiner Kommunikationsmittel macht, braucht sich nicht wundern, wenn er genau das wird. Allerdings stellt sich die Frage nach der Henne und dem Ei: Gehen Menschen so ineffektiv mit Informationen um, WEIL es (zumindest in diesem Bereich) an Hirnmasse fehlt oder sorgt dieses Verhalten dafür, dass die Intelligenz nachlässt? Wie dem auch sei, ich werde mal versuchen, ob ich hier demnächst eine Ecke mit ein paar Tipps zum Thema „Effektives Informationsmanagement“ einrichten kann.

 

Die Redaktion der Zukunft…

…stelle ich mir ungefähr so vor, wie uns das laut sueddeutsche.de ein paar Studenten in den USA demonstriert haben: Der Computer wird mit ein paar Daten gefüttert und baut sich selber ellenlange Texte zusammen. Wir haben in der Redaktion auch mal überlegt, ob das nicht bei Unfallmeldungen ginge: Man füttert die Maschine mit ein paar Zahlen und Daten, den Rest baut der sich dann mit Textbausteinen selbst zusammen. Geht sicher auch bei vielen anderen Themen. Schließlich ist nicht alles, was von Hand getextet wurde, unbedingt besser… 😉

 

Bloggende Stars

Eine interessante Entwicklung greift der Corriere della sera heute auf: Immer mehr Hollywood-Stars bloggen selbst und machen dadurch Klatschspalten und -zeitschriften Konkurrenz sowie PR in eigener Sache. Als Beispiele werden Britney Spears, Bruce Willis oder David Duchovny angeführt, die Namen Leonardo DiCaprio und Demi Moore tauchen leider ohne Links auf. Durchaus interessant ist die These, die am Ende des Artikels aufgestellt wird. Ich darf das mal notdürftig übersetzen:

Manche sehen in dem Phänomen eine Revolution im PR-Bereich. „Promis schreiben selbst in eigenen Blogs Dinge, für die sie normalerweise Kommunikationsprofis beschäftigen würden“, meint Robert Thompson, Dozent für Massenmedien an der Syracuse University. Nun scheint es, als müssten die (Boulevard-)Zeitschriften immer mehr mit den Prominenten konkurrieren, um Leser anzuziehen, und somit wird die Aufgabe, Scoops zu landen und das Interesse des Publikums auf sich zu lenken, immer härter werden. „Sonst riskieren sie, von den Prominenten selbst ersetzt zu werden“, betont Thompson.

P.S.: Ob das jetzt in jedem Fall Blogs sind, darüberlässt sich natürlich streiten… Das ändert aber nichts am Phänomen an sich.

 

Noch ein Podcasting-CMS

Podcasting wird offensichtlich immer einfacher. Nach dem Podblogger tritt jetzt Loudblog an, um die Herzen und Server der Podcaster zu erobern. Dabei geht Loudblog noch ein Stückchen weiter und bietet die Möglichkeit, die Audioinhalte via Flash gleich auf der Website abzuspielen. Hat zwar primär nichts mit Podcasting an sich zu tun (wo es ja mehr um den Download geht), ist aber ein interessantes Feature. Ansonsten orientiert man sich an bisherigen Standards bei Blogsystemen, z.B. gibt’s verschiedene Templates, die technische Basis bilden PHP und MySQL.
(via iPod Fun)