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	<description>Immer streng subjektiv.</description>
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		<title>Audio? Im Web? Echt jetzt?</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 21:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Netz]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist eine interessante kleine Diskussion, die sich da gerade bei onlinejournalismus.de und bei Martin Hoffmann im Blog entwickelt hat: Er schreibt über Audio als „schwarzes Schaf des Onlinejournalismus“. Audiobeiträge seien online völlig unterrepräsentiert, eben stiefmütterlich behandelt. Armes schwarzes Audioschaf! Da muss man doch was tun! Oder etwa nicht? Vielleicht muss man nur woanders hingucken. Zunächst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine interessante kleine Diskussion, die sich da gerade <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2012/02/13/audio-das-schwarze-schaf-des-online-journalismus/">bei onlinejournalismus.de</a> und bei <a href="http://mrtnh.de/audio-das-schwarze-schaf-des-online-journalismus/">Martin Hoffmann im Blog entwickelt hat: Er schreibt über Audio als „schwarzes Schaf des Onlinejournalismus“</a>. Audiobeiträge seien online völlig unterrepräsentiert, eben stiefmütterlich behandelt. Armes schwarzes Audioschaf! Da muss man doch was tun! Oder etwa nicht? Vielleicht muss man nur woanders hingucken.<span id="more-726"></span></p>
<p>Zunächst mal: Die These, dass Audioinhalte ein Nischendasein fristen und außerhalb der Onlineangebote von Radiosendern praktisch nicht vorkommen, dürfte empirisch belegbar sein – <a href="http://mrtnh.de/audio-das-schwarze-schaf-des-online-journalismus/">Hoffmann schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>„Denn es gibt kaum gute Beispiele, in denen Töne im Online-Journalismus wirklich sinnvoll eingesetzt werden.“</p></blockquote>
<p>Dem ist kaum zu widersprechen. Wer über große und kleine journalistische Websites surft, stößt auf Texte, auf Fotos, Videos und mit viel Glück auf ein paar Infografiken, ganz selten ist mal eine Audioslideshow dabei. Pures Audio, also klassische Reportagen, Features, Collagen, ja vielleicht auch nur O-Töne als Illustration&#8230; Fehlanzeige. Es sei denn, man bewegt sich zufälligerweise auf Hörfunkwebsites. Als Ursachen für diese Entwicklung macht Hoffmann einerseits mangelndes technisches Interesse oder Know-How derjenigen aus, zu deren Kerngeschäft gute Audiobeiträge gehören – eben Radiomacher – und andererseits eine Fixierung auf visuelle Formen bei den Online-Kollegen:</p>
<blockquote><p>„In vielen Teams, die multimediale Formate entwickeln und produzieren, gibt es häufig Experten für alle möglichen Bereiche: Bewegtbild, Flash, Datenjournalismus, Fotos, Programmierung usw. Aber ein Spezialist für Audio? Ich zumindest habe davon noch nie gehört (&#8230;). Und das, obwohl doch eigentlich gerade Radio-Journalisten für solch einen Job prädestiniert sein sollten.“</p></blockquote>
<p>In der Analyse der Situation kann ich ihm schlecht widersprechen – die Beobachtungen decken sich mit meinen. Allerdings sollte man bei der Bestandsaufnahme berücksichtigen, dass journalistische Audioinhalte einem selten aus irgendwelchen Webseiten entgegenbrüllen, sondern dass sie sehr oft als Audio-Podcasts oder Radiostreams daherkommen. Und da kann ich bei den einschlägigen Portalen beim besten Willen kein Nischendasein ausmachen. Hier wären quantitative Erhebungen spannend, in denen Angebot, Nachfrage und Rezeptionsverhalten von Audio-Podcasts mit denen von Video-Podcasts verglichen werden.</p>
<p>Richtig ist auch: Audio ist eine ganz famose Sache, wenn man Emotionen und Stimmungen transportieren möchte. Hoffmann zieht allerdings den Schluss,</p>
<blockquote><p>„(&#8230;) dass vielen Journalisten einfach noch nicht ganz klar ist, welche emotionale Wirkung man schon mit einfachsten tontechnischen Mitteln erreichen kann.“</p></blockquote>
<p>Jedem, der sich mal mit der Funktionsweise von Audioslideshows beschäftigt hat, müsste genau das eigentlich sehr klar sein. Gerade deswegen wirken die ja so toll: Audioslideshows vereinen die Emotionalität von guten Audiobeiträgen mit der Emotionalität guter Fotos.</p>
<p>Das Problem ist: Das Internet ist kein Sendeapparat. Wir interagieren hier. Und wir reagieren auf optische Reize. Wenn die auf der Website nicht stattfinden, reagieren wir auf die in der Umgebung, stehen auf, laufen rum, sortieren Bücher, wischen Staub&#8230; Niemand sitzt mehr still im Kämmerlein und lauscht seinem Sendeapparat. Menschen klicken auf Bilder, wischen durch Fotostrecken, spulen vor, lassen sich ablenken. Aber, und das ist vielleicht die Chance: Es gibt ja auch Geräte, die ein passiveres Surfverhalten fördern: Auf Tablets und Smartphones könnte Audio ein erstaunliches Revival feiern. Siehe oben. Podcasts und so.</p>
<p>Ich glaube, genau damit lässt sich letztendlich Nischendasein von Audioangeboten im Netz erklären: Online-Angebote nutzt man nicht nebenbei. Audioinhalte hört man für gewöhnlich im Radio oder als Podcast (oder Hörbuch) auf einem MP3-Player bzw. Smartphone. In aller Regel tut man dabei noch was anderes: Man sitzt im Zug und guckt zum Fenster raus, bügelt, fährt Auto, mäht Rasen, spült, was auch immer. Ich mag nicht repräsentativ sein, aber ich ertappe mich regelmäßig beim Anhören von Audios auf Websites dabei, wie ich irgendwann weiterklicke, den Faden verliere, nicht mehr hinhöre, nebenbei was lesen will (was natürlich nicht geht, ohne mit dem Zuhören aufzuhören). Bilder lassen sich nebenbei noch aufnehmen, aber eben keine Texte. Mag sein, dass ich total formatradioversaut bin. Aber seltsam ist doch: Auf längeren Auto- oder Bahnfahrten habe ich kein Problem, mir ausführliche Berichte, Reportagen, Interviews bis hin zu kleinen Klangkunstwerken anzuhören. Eben wenn ich mich relativ automatischen oder überhaupt keinen Tätigkeiten nachgehe und hinhören kann. Wenn ich vor dem Computer sitze (und eingeschränkt gilt das auch für Tablet und Smartphone), dann kann ich nicht nur hören. Dann will ich auch sehen. Lesen. Gucken. Tippen. Tun. Und das verträgt sich nun mal nicht mit Audio.</p>
<p>Übrigens: Die Tatsache, dass User fast ausschließlich auf optische Reize reagieren, war eine der frustriendsten Erfahrungen auf meinem Weg vom Radio- zum Online-Macher. Ich dachte: Headlines, Teasertexte, das muss doch was bewirken. Tatsache ist: Es wirkt auch. Aber pack ein Bild dazu, und es wirkt zehnfach, hundertfach, tausendfach. Kann man schade finden. Ich befürchte aber, damit müssen wir uns einfach abfinden.</p>
<p><em>Disclaimer: Ich arbeite für die Website eines großen öffentlich-rechtlichen Radiosenders.</em></p>
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		<title>Gesucht: Twitter-Client für Mac, PC und überall</title>
		<link>http://gastauftritt.net/2011/11/auf-der-suche-nach-einem-twitter-client-fur-mac-pc-und-uberall/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 21:28:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mac-User twittern nicht. Zumindest nicht professionell. Und Leute, die in der Arbeit nicht mal eben nach Lust und Laune auf ihren Windows-Rechnern im Vorbeigehen 25 Programme testweise installieren dürfen/sollen/können/wollen, twittern auch nicht. Erst recht nicht, wenn sie hin und wieder den Computer wechseln. Ja, ich habe Twitter-Frust. Kann es wirklich sein, dass es nur wahlweise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mac-User twittern nicht. Zumindest nicht professionell. Und Leute, die in der Arbeit nicht mal eben nach Lust und Laune auf ihren Windows-Rechnern im Vorbeigehen 25 Programme testweise installieren dürfen/sollen/können/wollen, twittern auch nicht. Erst recht nicht, wenn sie hin und wieder den Computer wechseln. Ja, ich habe Twitter-Frust. Kann es wirklich sein, dass es nur wahlweise hässliche, kaum zu bedienende oder hoffnungslos unterdimensionierte Twitter-Clients gibt?<span id="more-697"></span></p>
<p>Nein, für den kleinen Tweet zwischendurch hab ich kein Problem. Da erfüllen privat <a href="http://www.echofon.com/">Echofon</a> oder eben die native <a href="http://itunes.apple.com/de/app/twitter/id409789998?mt=12">Twitter-App</a> und an wechselnden PCs in der Arbeit dann eben die Web-Version von Twitter bzw. Echofons Firefox-Add-On schon erstaunlich viele Wünsche. ABER: Bei all diesen Tools fehlen mir entscheidende Profi-Funktionen wie&#8230;</p>
<ul>
<li>zeitgesteuerte Tweets (und Facebook-Updates),</li>
<li>mehrspaltige Darstellung für unterschiedliche Accounts und verschiedene Ansichten (z.B. @-Antworten, Retweets, Trending Topics, was auch immer),</li>
<li>möglichst individuelle Einstellungsmöglichkeiten für Schriftgrößen und Farben (für verschiedene Monitorgrößen und Arbeitssituationen),</li>
<li>und das alles sollte sowohl über den Browser (verschiedene PCs, teilweise keine Installation von Software möglich) als auch am „Lieblings-PC“ und am heimischen Mac funktionieren.</li>
</ul>
<p>Ja, das sind mehr als drei Wünsche auf einmal, deswegen konnte ich recht früh das Überraschungsei als Option verwerfen.</p>
<p><a href="http://gastauftritt.net/files/2011/11/tweetdeck_vs_echofon.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-712" title="Tweetdeck vs. Echofon" src="http://gastauftritt.net/files/2011/11/tweetdeck_vs_echofon.jpg" alt="Tweetdeck vs. Echofon" width="500" height="593" /></a></p>
<p><a href="https://seesmic.com/">Seesmic</a> hat mir lange gute Dienste geleistet und bietet auch eine brauchbare Web-Anwendung, die eigentlich alles kann, was man so braucht. Nur mit einem Schönheitsfehler: Am Mac ist sie mittlerweile (spätestens seit dem Wechsel von Adobe Air zu Microsoft Silverlight) absolut unbedienbar. Scrollen tut einfach weh, und eine native Cocoa- oder wenigstens Java-Anwendung&#8230; Fehlanzeige.</p>
<p>Nicht recht viel besser sieht&#8217;s mit <a href="http://tweetdeck.com">TweetDeck</a> aus: Kann zwar mindestens so viel wie Seesmic und sieht auch chic aus – zwar fehlt (noch) der Web-Client, aber der ist erstens in Entwicklung und es gibt eine App für Chrome, das würde mich schon weiterbringen. Erstaunlicherweise funktioniert die Adobe-Air-App auf dem Mac auch halbwegs. Nur: Es fehlen entscheidende Optionen, um die Optik anzupassen. Wenn jeder Tweet auf dem Notebook in der Höhe mal locker flockig ein Drittel meines Fensters einnimmt – ohne die Möglichkeit das zu ändern – fällt es mir schwer, Spaß an so einer Anwendung zu entwickeln oder gar den Überblick zu behalten.</p>
<p>Ja, kann sein, dass ich eine verwöhnte User-Interface-Zicke bin, aber ich muss leider sagen: Alle mir bekannten schönen und bedienbaren Twitter-Apps können nix. Und die, die was können, sind hässliche Usability-Monster, die sich ständig wie Fremdkörper oder einzige große Bugs anfühlen. Leute, das kann doch nicht euer Ernst sein, dass ihr alle damit anständig arbeiten könnt, oder?</p>
<p>Oder bin ich nur zu dumm, diese Monster zu bedienen? Dann helft mir! Bitte!</p>
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		<title>Respekt!</title>
		<link>http://gastauftritt.net/2011/10/respekt-steve-jobs/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 19:36:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich an dieser Stelle was über den Niedergang Apples die Normalisierung Apples schreiben. Denn ich habe mich vorletzte Nacht mit den neuesten Produkten dieses Unternehmens beschäftigt und fand sehr bemerkenswert, was ich sah und vor allem nicht sah. Doch dann kam alles anders. Was ich zum iPhone 4S und dessen Vorstellung zu sagen habe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich wollte ich an dieser Stelle was über <del>den Niedergang Apples</del> die Normalisierung Apples schreiben. Denn ich habe mich vorletzte Nacht mit den neuesten Produkten dieses Unternehmens beschäftigt und fand sehr bemerkenswert, was ich sah und vor allem nicht sah. Doch dann kam alles anders.<span id="more-694"></span></p>
<p>Was ich zum iPhone 4S und dessen Vorstellung zu sagen habe, <a title="Viel Lärm um ein bisschen... iPhone" href="http://www.swr3.de/info/handyman/Viel-Laerm-um/-/id=397586/did=1224138/ncm1xz/index.html">habe ich an anderer Stelle bereits aufgeschrieben</a>. Ich habe lange überlegt, ob es mir im Nachhinein angesichts des Todes von Steve Jobs vielleicht ein bisschen leid tun müsste, dass ich mich nur Stunden zuvor noch hämisch über die mangelnde Innovationskraft von Apple hergemacht habe. Vermutlich war meine These, dass man in Cupertino in den letzten Monaten sehr mit sich selbst beschäftigt war, näher an der Wahrheit als ich ahnte. Doch das ist nun alles irgendwie relativ.</p>
<p>Nachdem ich heute Morgen mit der Nachricht von Steve Jobs&#8216; Tod geweckt wurde und mich das Thema tagsüber berufsbedingt ein wenig begleitete, fällt es mir schwer, meine Stimmungslage dazu in Worte zu fassen: Erst ein wenig traurig – nicht ernsthaft betrübt, mehr so wie ein sanfter Seufzer – inzwischen überwiegt aber ein deutliches Unbehagen. Und zwar darüber, wie sich das Thema in meiner persönlichen Timeline entwickelte. Natürlich ist es anstrengend und fürchterlich unangemessen, wenn jeder zweite Post irgendwas mit dem Ableben eines Unternehmers zu tun hat. Und die ganzen Jubelarien sind meistens ebenso unangemessen, weil scheinheilig.</p>
<p>Noch unangemessener ist aber, was ich außerdem in Artikeln, Kommentaren und Statusmeldungen las und lese: Nach einem kurzen Moment der Zurückhaltung sind sie alle wieder da, die unvermeidlichen iIrgendwas-Kalauer, die idiotischen Irgendwelche-anderen-Systeme-vs-Apple-Diskussionen, die ganzen uninformierten Plattitüden von Menschen, die weder diesen Mann kannten, noch seine Produkte (oder nur diejenigen, die in den letzten zwei, drei Jahren <a href="http://gastauftritt.net/2010/01/islaves-und-ihypes/">für so viel Hype sorgten</a>), ganz zu schweigen von der beachtlichen Geschichte seines Unternehmens und dessen Innovationen.</p>
<p>Man kann viel an Apple kritisieren. Da <a href="http://www.swr3.de/info/handyman/Viel-Laerm-um/-/id=397586/did=1224138/ncm1xz/index.html">mache ich ja gerne mit</a> (und tippe das gerne auf einem MacBook). Es gab sicher auch viel an Steve Jobs auszusetzen. Aber: Man muss auch wissen, wann es besser ist, einfach mal die Klappe zu halten – zum Beispiel aus so einem altmodischen Grund wie Respekt.</p>
<p>Dieser Tag war nicht der erste, an dem mir so ernste Dinge wie Krankheit und Tod auf Facebook und vergleichbaren Kommunikationsorten begegnet sind. Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen: Es gibt dort keinen Ernsthaftigkeitsmodus. Es gibt nur diesen Gefällt-mir-Modus, in dem jeder versucht, lustig, geistreich oder beides zu sein. Meistens ist das Ergebnis das Gegenteil von angemessen und respektvoll. Und ich glaube einfach nicht, dass das so sein müsste.</p>
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		<title>(M)eine kleine Geschichte des zweistufigen Facebook-Buttons</title>
		<link>http://gastauftritt.net/2011/09/kleine-geschichte-des-zweistufigen-facebook-buttons/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 05:32:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal dauert es etwas länger, bis sich eine Idee durchsetzt. Die Idee, den Facebook-Like-Button so zu gestalten, dass nicht gleich Daten von jedem in die USA übertragen werden, ist nicht neu. Datenschützer und Facebook selbst haben ihr aber jetzt erst zu einem erstaunlichen Siegeszug verholfen.  Zunächst die nackten Fakten: Die Social Plugins von Facebook, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal dauert es etwas länger, bis sich eine Idee durchsetzt. Die Idee, den Facebook-Like-Button so zu gestalten, dass nicht gleich Daten von jedem in die USA übertragen werden, ist nicht neu. Datenschützer und Facebook selbst haben ihr aber jetzt erst zu einem erstaunlichen Siegeszug verholfen. <span id="more-692"></span></p>
<p>Zunächst die nackten Fakten: Die <a href="https://developers.facebook.com/docs/guides/web/#plugins" target="_blank">Social Plugins von Facebook</a>, die sich auf vielen Webseiten finden, sind zwar beliebt und für Facebook-User eine tolle Sache. Nur leider sammelt Facebook auf diese Weise auch Daten von nicht bei dem Netzwerk angemeldeten Usern – und sei es nur, dass IP-Adressen aus technischen Gründen in die USA übertragen werden. Da das mit deutschem Datenschutzrecht nicht wirklich vereinbar ist, gibt es Kritik an diesen Buttons, seit es diese Buttons gibt. Laut wurde die aber erst in diesem Sommer 2011, <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-08/facebook-datenschutz-like/komplettansicht" target="_blank">nachdem das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) angekündigt hatte</a>, Website-Betreiber in Schleswig-Holstein abzumahnen, wenn sie diese Plugins einsetzen.</p>
<p>Mitten in dieser Aufregung präsentierte dann <a href="http://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html" target="_blank">heise.de sein Konzept, die Buttons datenschutzkonform einzubinden: Durch eine Zwei-Klick-Lösung</a>, bei der der User den eigentlichen Button (in diesem Falle den für Facebook, Google+ und Twitter) erst aktiviert. So behalte ich als User die Kontrolle darüber, welchem Dienst ich Informationen über mein Surfverhalten anvertrauen möchte und welchem nicht.</p>
<p>Als heise.de (wie übrigens auch andere Websites) dann <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-beschwert-sich-ueber-datenschutzfreundlichen-2-Klick-Button-2-Update-1335658.html" target="_blank">von Facebook aufgefordert wurde, diese Buttons zu entfernen</a>, war diese Zwei-Klick-Lösung schon ein Renner – und Facebooks Beschwerde über die Kopie des Buttons heizte das nur noch weiter an. Seitdem <a href="http://www.facebookbiz.de/artikel/2-klick-like-button-wordpress-plugin" target="_blank">gilt heise.de als der „Vorreiter”</a> – was so nicht stimmt. Diese Lösung ist schon wesentlich älter.</p>
<p>Ich selbst stolperte das erste Mal über die Social-Plugin-Problematik, als die <a href="http://intern.hamburg.de/2010/06/22/wieso-wir-den-facebook-like-button-wieder-entfernten/" target="_blank">Betreiber des Stadtportals hamburg.de erklärten, warum sie den Gefällt-mir-Button erst ein- und dann wieder ausgebaut hatten</a>. Das war im Sommer 2010, also vor über einem Jahr. Schon damals wurde im Netz (u.a. auch in den Kommentaren zum verlinkten Post) bereits die zweistufige Lösung diskutiert, bei der ein vorgeschalteter Button erst das eigentliche Plugin aktiviert. Technisch gesehen ist das kein Problem: Per Javascript wird der IFrame mit dem Button erst dann geladen, wenn der User draufklickt.</p>
<p>Bei <a href="http://www.swr3.de" target="_blank">SWR3.online</a> arbeiteten wir zu dieser Zeit an den Konzepten für unseren <a href="http://www.swr3.de/info/computer-und-netz/Willkommen-im-neuen-Design/-/id=63956/did=930582/pigz8r/index.html" target="_blank">Relaunch</a> und nahmen diese Idee mit in die Planungen auf. Zufälligerweise stolperte ich etwa zu dieser Zeit bei der <a href="http://www.big-direkt.de/" target="_blank">Krankenkasse BIG</a> über eine konkrete Umsetzung dieser Zwei-Klick-Lösung. Wann das genau war, weiß ich nicht mehr, es muss aber irgendwann im Herbst 2010 gewesen sein. Der Button ist interessanterweise seit damals unverändert auf deren Website im Einsatz (offensichtlich hat Facebook das noch nicht gemerkt).</p>
<p>Die Variante mit den zwei Klicks ging dann Ende Januar 2011 bei SWR3.de online und ist dort seitdem im Einsatz. Wir hatten – abgesehen von einem Absatz in den <a href="http://www.swr3.de/service/datenschutz/-/id=616538/1u3h5m4/index.html#facebook" target="_blank">Datenschutzhinweisen</a> – kein großes Aufhebens um diese Umsetzung gemacht, weil wir ja erstens wussten, dass wir nicht die Erfinder waren, und zweitens aus verschiedenen Gründen gar nicht so sicher waren, ob das nun wirklich die beste Lösung für das Problem ist. Hin und wieder kamen Anfragen zu unserem Doppel-Klick-Button von Usern, die das Konzept gut fanden und in ihre eigene Website einbauen wollten, bis August bewegte sich das allerdings etwa im einstelligen Bereich.</p>
<p>Das änderte sich schlagartig, als das ULD Ende August 2011 ankündigte, Webseitenbetreiber wegen der Buttons abmahnen zu wollen. Unter anderem <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,781873,00.html" target="_blank">erwähnte Spiegel Online die Zwei-Klick-Lösung bei SWR3.de</a>. Kurz darauf führte heise.de die zweistufigen Buttons ein, begleitet von einem<a href="http://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html" target="_blank"> ausführlichen Artikel</a>, in dem dieser Schritt erklärt wurde. Anscheinend ist Facebook durch diese Berichterstattung erst auf das „Problem“ aufmerksam geworden und bat dann heise.de und eben SWR3, den Button in dieser Form zu entfernen.</p>
<p>Während anfangs noch der Eindruck entstand, Facebook ginge es um die gesamte Zwei-Klick-Lösung als solche (was entsprechend unfreundliche Reaktionen provozierte), <del>ruderte Facebook dann zurück</del> stellte Facebook über seine Pressesprecherin (interessanterweise <a href="http://www.tweetdeck.com/twitter/tkkinstant/~BpefD" target="_blank">via Twitter</a>) klar: „2-klick-Button ist nicht ideal &#8211; aber kein Problem. Nur ein Like-Button der grafisch so tut als ob er einer ist, ist nicht ok. Das ist alles.“ Sowohl bei heise.de als auch auf SWR3.de gibt&#8217;s jetzt Buttons, die nicht mehr so aussehen, als kämen sie von Facebook.</p>
<p>Für den User macht es das zwar nicht einfacher, aber Facebook wollte es so – und dank dieser Aktion und der Berichterstattung darüber ist nun <a href="http://blog.ppfeufer.de/wordpress-plugin-2-click-social-media-buttons/" target="_blank">sogar ein WordPress-Plugin entstanden</a>, das die Zwei-Klick-Buttons nun auf viele, viele Blogs zumindest im deutschen Sprachraum bringen wird. Wohlgemerkt: Das alles nur, weil sich Facebook an der Optik der nachgemachten Buttons störte. Statt weniger Websites mit diesen Zwei-Stufen-Buttons wird es nun also viel mehr geben. Ein schönes Eigentor.</p>
<p><small><em>Disclaimer: Ich arbeite für SWR3.online.</em></small></p>
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		<title>Presidente, Popel, Politesse: Bye Bye Berlusconi?</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 21:44:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[berlusconi politik justiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einigen Tagen geistern sie wieder verschärft durchs Netz, diese beiden Videos: Auf dem einen bohrt sich scheinbar Italiens Ministerpräsident Berlusconi ungeniert in der Nase und auf dem anderen nähert er sich einer Politesse unsittlich von hinten. Beide passen natürlich großartig ins Bild dieses seltsamen Typen. Wäre da nicht ein kleiner Schönheitsfehler: Die Videos zeigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Tagen geistern sie wieder verschärft durchs Netz, diese beiden Videos: Auf dem einen bohrt sich scheinbar Italiens Ministerpräsident Berlusconi ungeniert in der Nase und auf dem anderen nähert er sich einer Politesse unsittlich von hinten. Beide passen natürlich großartig ins Bild dieses seltsamen Typen. Wäre da nicht ein kleiner Schönheitsfehler: Die Videos zeigen gar nicht Berlusconi.<br />
<span id="more-710"></span></p>
<p>Ja, die Filmchen passen – sagen wir mal – <a href="http://www.youtube.com/watch?v=okCQ3fdEKms">wie der Mailänder Dom auf die Nase</a> statt wie die Faust aufs Auge: Sie sind wacklig, sie sind unscharf, die müssen doch echt sein. Sie zeigen Berlusconi, diesen kultur- und niveaulose Gesellen, der Italien regiert, in klassischen Fremdschäm-Situationen. Ihm traut schließlich jeder zu, dass er im Café erst ausgiebige Expeditionen ins Naseninnere unternimmt und das zutage geförderte Ergebnis anschließend verspeist, wie hier zu sehen ist.</p>
<p><a href="http://gastauftritt.net/2011/04/bye-bye-berlusconi/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Noch berlusconiesker wirkt die folgende Episode: Berlusconi nähert sich einer Politesse von hinten und bewegt rhythmisch seine Hüften, unter eigenem und Gelächter seiner Leibwächter. Vor allem dieses Video machte im Vorfeld des sogenannten „Bunga-Bunga-Prozesses“ die Runde. Klar, ein Mann, der in der Öffentlichkeit schlechte anzügliche Witze macht, andere gerne mal von seiner eigenen Männlichkeit überzeugen muss und wegen einer Geschichte mit einer minderjährigen Prostituierten angeklagt ist, dem trauen wir auch so was zu.</p>
<p><a href="http://gastauftritt.net/2011/04/bye-bye-berlusconi/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Auch dass am Ende beider Videos zufällig der gleiche Schriftzug zu sehen ist, der da sagt „Bye Bye Berlusconi“, scheint niemanden stutzig zu machen. Selbst, dass die Videos teilweise schon 2006 hochgeladen wurden, also lange bevor Berlusconis Liebesleben überhaupt Thema war, scheint niemanden zu irritieren. Und seltsamerweise erinnert sich auch niemand mehr an <a href="http://www.imdb.com/title/tt0765437/">diesen Film</a>. Das geht so weit, dass die Sache mit der Politesse sogar hin und wieder als <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1386968/">Tatsache in neueren Artikeln auftaucht</a> und damit quasi das Gütesiegel erhält. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Episode bei Wikipedia zu finden ist und damit ihren endgültigen Siegeszug durchs Web antritt.</p>
<p>Dabei hat ein Kollege schon damals aufgeschrieben, wie es wirklich war: Die Videos waren (ob gewollt oder ungewollt) <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,407772,00.html">Teil einer viralen Kampagne zum Filmstart eines deutschen Low-Budget-Films</a> namens „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bye_Bye_Berlusconi!">Bye Bye Berlusconi</a>“. Deshalb kommt auch dieser Schriftzug im Abspann. In der <a href="http://www.kino.de/kinofilm/bye-bye-berlusconi/94965.html">Hauptrolle</a>: Ein Schauspieler, der wohl als Berlusconi-Double einige Bekanntheit erlangt hat. Wenn man genau hinschaut, ist der echte Berlusconi wesentlich glatter im Gesicht, ist kleiner und sieht überhaupt ein bisschen anders aus. Und: Die Videos stammen aus dem Jahr 2006, geistern also seitdem durchs Netz und sind kein bisschen neu.</p>
<p>Übrigens lässt sich das alles sehr leicht bei YouTube selbst herausfinden. Wer dort nach „Bye Bye Berlusconi“ sucht, <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=bye+bye+berlusconi&amp;aq=f">findet unter anderem den offiziellen Filmtrailer</a>, der auch eine der Szenen enthält. Aber es ist natürlich viel schöner, lustiger und einfacher zu glauben, dass der Berlusconi wirklich <em>sooo</em> peinlich ist.</p>
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		<title>Bitte hier kopieren!</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 11:36:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ist die Aufregung über die Doktorarbeit eines Ministers wirklich nur die Aufregung über ein paar fehlende Fußnoten? Und: Ist das diese Aufregung überhaupt wert? Ich bin ein bisschen erschrocken in den letzten Tagen. Erschrocken über Kommentare und Reaktionen. Und darüber, wie unterentwickelt ganz offensichtlich das Bewusstsein für das Urheberrecht ist. Viele Kommentare zum Fall Guttenberg (wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist die Aufregung über die Doktorarbeit eines Ministers wirklich nur die Aufregung über ein paar fehlende Fußnoten? Und: Ist das diese Aufregung überhaupt wert? Ich bin ein bisschen erschrocken in den letzten Tagen. Erschrocken über Kommentare und Reaktionen. Und darüber, wie unterentwickelt ganz offensichtlich das Bewusstsein für das Urheberrecht ist.<span id="more-663"></span></p>
<p>Viele Kommentare zum Fall Guttenberg (wenn es denn einen Fall gibt), lauten sinngemäß wahlweise „Regt euch nicht so auf, jeder hat doch schon mal was abgeschrieben” oder „So eine Aufregung wegen ein paar Fußnoten, haben wir denn keine wichtigeren Probleme?” Volkes Stimme (sehr schön zu beobachten in den Facebook-Kommentaren <a href="https://www.facebook.com/SWR3.de/posts/202751483071425">hier</a> und <a href="https://www.facebook.com/tagesschau/posts/142864545775725">hier</a>). Selbst Leute, die sich von Berufs wegen häufig mit Meinungsumfragen und Stimmungen befassen, <a href="http://blog.tagesschau.de/2011/02/19/guttenberg-kann-uber-wasser-gehen/">wundern sich ein bisschen (so wie Jörg Schönenborn im tagesschau-Blog)</a>.</p>
<p>Ganz offensichtlich scheint es für viele kein großes Problem zu sein, wenn Menschen einfach Texte kopieren, woanders einfügen und dann als ihre eigenen ausgeben. Schon bei der Diskussion um <a href="http://www.bildblog.de/28082/das-weist-auf-vorsatz-hin/">Helene Hegemann</a> und ihr irgendwie zusammenkopiertes Buch wurde ganz ernsthaft darüber diskutiert, ob das nicht auch irgendwie ganz okay und vielleicht sogar künstlerisch wertvoll sein könnte.</p>
<p>Ich habe Guttenbergs Doktorarbeit nicht gelesen. Andere, die das getan haben, fanden zumindest <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki">fundierte Indizien dafür</a>, dass die Aufregung nicht ganz unberechtigt ist. Ob das, was sie gefunden haben, in wissenschaftlichem Sinne verwerflich oder nicht ist, muss und kann nur die Uni Bayreuth entscheiden.</p>
<p>Eine Dissertation ist – genau wie jede Abschlussarbeit eines Studiums – etwas anderes als eine x-beliebige Klassenarbeit oder eine Hausaufgabe. Und selbst da war es doch so: Wer beim Abschreiben erwischt wurde, hat sich geschämt. Er war sich bewusst: Hoch gepokert und verloren, also muss man die Konsequenzen tragen. Notfalls eben die Sechs oder das Nichtbestehen einer Prüfung. Bei akademischen Graden lautet in solchen Fällen die Konsequenz: Aberkennung eben dieses akademischen Grades. So oder so gilt: Abschreiben ist nicht gut. Niemals.</p>
<p>Ich sitze ein bisschen im Glashaus. Denn ich bin Journalist. Journalismus ist, zumindest in der Form, wie er heute in vielen Redaktionen betrieben wird, professionelles Plagiieren – wenn es gut läuft, mit Lizenz dazu. Ein gewisser  Teil journalistischer Arbeit in verschiedenen Medien besteht zum Beispiel darin, Agenturmaterial entweder 1:1 zu kopieren und abzudrucken bzw. zu versenden – oder es leicht umformuliert zu veröffentlichen. Die Agentur erlaubt das, weil der Kunde in aller Regel den Urheber nennt und auch für diese Texte, Bilder oder Filme bezahlt. Das ist der Deal. Wo kein Deal, da auch kein Recht zum Kopieren und Weiterverbreiten (das Kopieren alleine ist ja nicht unbedingt das Problem).</p>
<p>Nicht jedem ist das klar. „Steht doch im Internet, ist also öffentlich, dann kann ich das doch verwenden.” Es gibt durchaus Redakteure, die das Internet pauschal als Nachrichtenagentur verwenden. Ohne Deal. Ich weiß nicht, wie weit verbreitet das ist. Ich habe aber den begründeten Verdacht, dass selbst in Journalistenkreisen ein gewisser Mangel an Urheberrechtsbewusstsein herrscht. Genau das wird nun zum Problem: Wie soll ein Journalist, dessen Arbeit zu einem großen Teil darin besteht, Texte von anderen zu kopieren und für sein Medium aufzubereiten, seinem Leser/User/Zuschauer/Hörer klar machen, worin genau der Unterschied zwischen beispielsweise seiner Tätigkeit und dem Zusammenkopieren einer Dissertation besteht? Da hält man doch lieber die Klappe und erklärt es eben nicht. Ist ja auch so kompliziert und sowieso viel zu elitär, dieser ganze akademische Kram.</p>
<p>Wir leben in einem Land, in dem Menschen, die sich einfach Musik oder Filme „kopieren”, um sie anzusehen – die sie aber niemals als ihre eigenen ausgeben würden – mit absurd hohen Schadensersatzforderungen belegt werden. Wir leben in einem Land, in dem manche sogar darüber nachdenken, ob die gerechte Strafe dafür vielleicht eine Kappung der Internetverbindung sein könnte. Wir leben in einem Land, in dem die Politik auf Druck von Lobbygruppen aus der Musik-, Film-, und Medienindustrie Urheberrechtsgesetze verschärft oder über Leistungsschutzrechte für Verleger diskutiert, weil Suchmaschinen Links auf deren Seiten setzen und dabei z.B. Meta-Tags der entsprechenden HTML-Seiten verwenden – also Teile dieser Webseiten, die genau für diesen Zweck gedacht sind.</p>
<p>Aber wenn jemand Texte von anderen kopiert und als seine eigenen nicht nur ausgibt, sondern auch weiterverbreitet, dann soll das ein Kavaliersdelikt sein? Wenn diese ganze Debatte für etwas gut ist, dann sicher dafür: Dass wir lernen, dass es eben doch mehr ist als einfach ein netter Zug oder akademische Erbsenzählerei, wenn man sagt, woher man einen guten Text, einen wichtigen Gedanken oder was auch immer hat.</p>
<p>Um mehr geht&#8217;s übrigens auch bei dieser Doktorarbeit des Verteidigungsministers nicht: Die Frage ist – wenn ich alles an dieser Diskussion richtig verstanden habe – nicht, ob man zitieren darf. Sondern lediglich, ob man das ohne Quellenangabe darf. Meine Antwort darauf lautet: Nein – auch wenn das manche altmodisch finden.</p>
<p><strong>Update (21.2.2011):</strong> „<a href="http://www.internet-law.de/2011/02/das-wissenschaftsplagiat.html">Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein Raubkopierer</a>” bringt übrigens der Anwalt Thomas Stadler in seinem Blog klipp und klar das Problem auf den Punkt. Und spätestens an diesem Punkt wird klar: Ein Fall wie dieser hat nicht nur fatale Auswirkungen auf Forschung und Lehre, sondern auch auf die Politik. Siehe oben.</p>
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		<title>Bitte unbedingt weiterleiten!</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 21:16:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurios]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wäre ich Kim F. aus Gummersbach, ich wäre spätestens jetzt stinksauer auf meinen Vater. Dabei hat der arme Mann nichts weiter getan, als seine Freunde in sozialen Netzwerken um Hilfe bei der Suche nach seiner Tochter zu bitten. Doch dann wurde eine Riesenwelle daraus, in deren Folge die Polizei von der Arbeit abgehalten wurde und der besorgte Vater <a href="http://www.mathias-reichel.de/2011/02/eine-facebook-geschichte/">sein Facebook-Profil dicht machen musste</a>. Wo ist nun das Problem? <span id="more-655"></span>Mein Arbeitstag hat mich heute ordentlich ins Grübeln gebracht. Genau genommen ging es schon gestern abend los. Freunde posteten da diese Vermisstenmeldung bei Facebook. Ein Mann bat um Hilfe bei der Suche seiner Tochter, Tausendfach weitergeleitet von Freunden, Freunden von Freunden, Freunden von Freunden von Freunden, Freunden von Freunden von Freunden von Freunden&#8230;</p>
<p>Ich war skeptisch. Roch ja nach <a href="http://www.hoax-info.de">Hoax</a>, die Geschichte – nach einem schlechten Scherz, nach einem Fake, hinter dem was ganz anderes steckt, und auf jeden Fall nach nichts, dem man als halbwegs aufgeklärter Internetuser Beachtung schenken sollte. Dachte ich. Dann wurde der Fall von Kim F. zum Medienthema, Kollegen fragten besorgt, wie man das Thema angehen könnte. Mein erster Gedanke: „Entschuldigung, ihr wollt doch nicht ernsthaft über einen Hoax berichten – oder besser gesagt die moderne Statusmeldungsvariante des guten alten Kettenbriefs?”</p>
<p>Dann kamen diese Fragen: Woran erkennst du denn eigentlich, dass das eine Falschmeldung ist? Könnte es denn nicht sein, dass der Mann wirklich nach seiner Tochter sucht? Muss man dem dann nicht helfen? Wie kannst du dir so sicher sein, dass das Blödsinn ist?</p>
<p>Auch ich stelle mir diese Fragen, wenn ich so eine Statusmeldung sehe (meine Freunde schicken mir ja keine Ketten-Mails mehr, seit ich einige davon mit dem Hinweis auf die Hoax-Problematik beantwortet habe). Wenn mich die Fragen sehr quälen, recherchiere ich. In diesem Fall bedeutete das: Ich klickte das Profil des Vaters an und versuchte, etwas über ihn herauszufinden (alle Infos unsichtbar für mich, sogar der Wohnort), ich fragte Menschen, die die Vermisstenmeldung weitergeleitet hatten, ob sie ihn persönlich kennen („Nein, eine Freundin hat das gepostet, die kennt ihn offenbar”) und gab den Namen der vermissten jungen Dame in die Suchmaschine meines Vertrauens ein: Nur Treffer, die die Vermisstenmeldung weiterleiteten, kein einziger Treffer der Polizei oder einer Zeitung mit einem Fahndungsaufruf oder Ähnlichem. Seltsam. Später änderte sich das, da war die <a href="http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/65843/1761868/kreispolizeibehoerde_oberbergischer_kreis">Polizei-Pressemitteilung („Bitte nicht mehr anrufen!“)</a> schon weiter oben.</p>
<p>Hätte der Vater z.B. nur seinen Wohnort veröffentlicht, wäre es einfach gewesen, den Wahrheitsgehalt der Meldung schnell mal mit einem Anruf bei der Polizei zu überprüfen. Hätte er einen Link zu einer Webseite der Polizei gepostet, wäre ebenfalls klar gewesen, dass es sich um einen echten Fall handelte. So aber blieb bei mir der Eindruck: Da will jemand ganz bewusst was verheimlichen, sagt nicht die ganze Wahrheit, hat vielleicht ganz andere Motive, was auch immer – typischer Hoax eben. Eben.</p>
<p>Das Problem ist: Zu dieser Einschätzung konnte ich nur gelangen, weil ich Misstrauen gelernt habe. Ich habe gelernt, im Internet zu recherchieren und die dort gefundenen Informationen zu bewerten. Das ist Teil meines Jobs. <a href="http://www.zweipunktnull.org/blog/2011/02/07/vermisst-kim-fluchs/">Einfach mal googeln</a> – manchmal ist es wirklich so einfach. Außerdem bin ich als langjähriger E-Mail-User halbwegs sensibilisiert für Kettenmails und deren moderne Pendants, werde einfach hellhörig (und skeptisch), wenn mich jemand auffordert, etwas ganz dringend an viele Menschen weiterzuleiten.</p>
<p>Vielen ganz normalen Internet-Usern fehlen diese Fähigkeiten. Das muss sich ungefähr so anfühlen, als wäre jemand nicht in der Lage, beim Fernsehen zwischen Nachrichten und Spielfilm zu unterscheiden oder bei der Zeitung zwischen Artikeln und Anzeigen. Alles, was da steht, muss ja wohl irgendwie relevant sein, sonst stünde es da ja nicht.</p>
<p>Speziell in diesem Fall kommt noch ein Problem hinzu: Soziale Netzwerke funktionieren ähnlich wie die gute alte Kettenmail nach dem Schneeball-Prinzip. Informationen werden auf genau diese Art weiterverbreitet. Nur: Wie unterscheide ich jetzt da gute, also weiterverbreitenswerte Informationen von den schlechten, die man nicht so sehr weiterleiten sollte? Im Grunde läuft es immer auf das eine Kriterium hinaus: Wenn da sinngemäß steht „Bitte leite diese Nachricht an möglichst viele Menschen weiter&#8230;”, dann ist das eigentlich immer ein sicheres Indiz dafür, dass man genau das nicht tun sollte.</p>
<p>Nun – <a href="http://www.express.de/regional/koeln/vermisste-kim-fluchs--15--wieder-da/-/2856/7171990/-/index.html">da auch das Mädchen wieder aufgetaucht ist</a> – bin ich gespannt, in wie vielen Jahren die Kettenmail mit Kims Foto mal wieder in meiner Mailbox vorbeischaut. Sie ist wahrscheinlich auch dann immer noch stinksauer auf ihren Vater, der einfach mal das Bild und den vollen Namen seiner minderjährigen Tochter in die halbe Welt rausgepustet hat.</p>
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		<title>Sardinien für Einsteiger</title>
		<link>http://gastauftritt.net/2010/07/sardinien-fur-einsteiger/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 20:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Sardinien]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Jahren wurde ich immer wieder von Bekannten und Freunden nach Tipps für einen Sardinien-Urlaub gefragt. Es hat sich offenbar im Bekanntenkreis herumgesprochen, dass ich unzählige Male dort Urlaub gemacht und auch für meine Magisterarbeit recherchiert habe. Immer wieder habe ich in langen Mails aufgeschrieben, worauf man achten sollte, bevor man das erste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Jahren wurde ich immer wieder von Bekannten und Freunden nach Tipps für einen Sardinien-Urlaub gefragt. Es hat sich offenbar im Bekanntenkreis herumgesprochen, dass ich unzählige Male dort Urlaub gemacht und auch für meine Magisterarbeit recherchiert habe. Immer wieder habe ich in langen Mails aufgeschrieben, worauf man achten sollte, bevor man das erste Mal nach Sardinien fährt. Damit nicht nur meine Freunde in diesen Genuss kommen und ich nicht alles immer wieder aufschreiben muss, kann ich es auch hier veröffentlichen.</p>
<p><span id="more-709"></span></p>
<p><h2>Tipp 1: Unterschätz die Größe nicht!</h2>
<p>Wer nach Sardinien will, muss sich entscheiden, wohin genau: Die Insel ist zu groß, um einfach „dorthin“ zu fahren, so wie „nach Elba“ oder „nach Mallorca“. Sardinien ist die zweitgrößte Insel des Mittelmeeres, nur geringfügig kleiner als Sizilien. Etwa 400 Kilometer fährt man beispielsweise von der nordöstlichen Ecke (um Olbia, wo viele Fähren landen) in den Südwesten um Carbonia/Iglesias. Selbst in die Hauptstadt Cagliari ist man gut und gerne einen Vormittag unterwegs. Einfach irgendwo einmieten und den Rest der Insel mit Tagesausflügen zu erkunden, funktioniert nur, wenn man sehr früh aufsteht, sehr spät ins Bett geht und sehr gerne sehr lange mit dem Auto fährt. Denn hinzu kommt: In Sardinien gibt’s zwar hervorragende Straßen, aber sie führen fast ausschließlich durch Berglandschaften. Will heißen: Es wird kurvig. Auf manchen Strecken braucht man locker eine Stunde für 50 Kilometer. Mindestens.</p>
<p>
<h2>Tipp 2: Du brauchst ein Auto!</h2>
</p>
<p>Weil Sardinien so groß ist, fährt man durchaus 30-50 Kilometer in die nächste (Klein-)Stadt. Hinzu kommt: Die wenigsten größeren Städte liegen direkt am Meer – und wenn, dann liegen die schönsten Strände doch außerhalb der Stadt. Wer sich noch ein bisschen für Kultur, Geschichte, Land und Leute interessiert, muss sowieso längere Strecken zurücklegen. Wer nur am Strand rumliegen will, kann auch woanders hinfahren oder sich an der Costa Smeralda im Möchtegern-Jet-Set-Ghetto vergnügen. Sardinien ohne Auto macht jedenfalls keinen Spaß. Es gibt zwar Busse, aber die Insel ist dünn besiedelt und wenn man was angucken will, sind Busse, die morgens hinfahren und abends wieder zurück, einfach nicht so prickelnd. Aber Vorsicht: Mietwagen sind auf der Insel selbst tendenziell teurer als auf dem Festland. Einzige Ausnahme von der Auto-Regel: Fahrrad-Touren. Die sind hier allerdings nichts für Flachland-Radler und Radweg-Fetischisten.</p>
<p>
<h2>Tipp 3: Genießer fahren Schiff.</h2>
</p>
<p>Wer nicht gerade mit dem Billigflieger nach Sardinien kommt, kommt mit einer Schiffsreise meistens günstiger weg – siehe oben. Die meisten Fähren fahren ab Genua, Livorno oder Civitavecchia (etwa 1 Stunde nördlich von Rom). Günstig und gut ohne großartigen Schnickschnack ist auf jeden Fall Sardinia Ferries/Corsica Ferries, weniger gut, aber immer noch günstig, sind die staatliche Tirrenia und Moby Lines. Teuer, aber auch luxuriös und mit einem Hauch von Kreuzfahrt-Feeling, geht’s mit der Fährgesellschaft Grandi Navi Veloci (GNV) nach Sardinien. Kleine Randnotiz: Der enorm einfallsreiche Name bedeutet übersetzt so viel wie „Große schnelle Schiffe“. Daneben gibt’s noch kleinere Fährgesellschaften wie Linea dei golfi, die ich noch nie ausprobiert habe. Bei allen lässt sich das Ticket online buchen, wenngleich der durchschnittliche Standard italienischer Online-Shops es einem nicht immer leicht macht. Als Alternative gibt’s in größeren deutschen Städten italienische Reisebüros, die sich freuen, wenn man bei ihnen bucht. Wer genug Zeit hat, nimmt eine möglichst lange Überfahrt über Nacht. Wer morgens mit Cappuccino und Croissant an Deck im Liegestuhl frühstückt, die Sonne hinter sich aufgehen und die Umrisse der Insel vor sich auftauchen sieht und dabei den warmen Wind von der Insel her spürt, weiß warum sich das lohnt.</p>
<p>
<h2>Tipp 4: Immer genug im Tank haben!</h2>
</p>
<p>Sardinien ist dünn besiedelt. Sehr dünn. Die gesamte Insel hat weniger Einwohner als Hamburg, ist aber größer als Rheinland-Pfalz oder Hessen – wobei etwa ein Drittel der Einwohner rund um die Hauptstadt Cagliari wohnt. Oft fährt man Dutzende von Kilometern, ohne auf größere menschliche Ansiedlungen zu treffen. Und Tankstellen gibt’s nicht gerade in jedem kleinen Dorf. Wer gerade an der Costa Verde oder im Supramonte-Massiv unterwegs ist, aber nur noch Sprit für 50 Kilometer im Tank hat, könnte ein Problem bekommen. Ach ja: Vollgetankter Ersatzkanister ist tendenziell keine gute Idee – der ist erstens in Italien verboten und könnte zweitens bei den Temperaturen im Sommer leicht platzen.</p>
<p>
<h2>Tipp 5: Die Costa Smeralda und der Nordosten sind wirklich nur für Einsteiger.</h2>
</p>
<p>Keine Frage: Im Norden Sardiniens und an der berühmt-berüchtigten Costa Smeralda (dem wohl immer noch angesagten Jet-Set-Paradies) gibt es wunderschöne Ecken. Dummerweise hat sich das herumgesprochen und zieht ein Publikum an, das sich nur unwesentlich von dem in gewissen Clubs in Mailand oder München unterscheidet. Dazu kommen jede Menge Möchtegern-Promis und ein paar Menschen, die sich auch mal so fühlen wollen. Wer sich zwischen Klischees und vielen anderen Touristen wohlfühlt, zum internationalen Jet Set gehört oder zum Freundeskreis von Silvio Berlusconi und dessen Freunden gehört, mag sich hier eventuell sehr wohlfühlen. Ansonsten lautet mein Rat: Mal hinfahren, gucken, staunen, kopfschütteln – und schnell wieder weg. Sardinien wird westlich von Porto Cervo und südlich von Olbia erst richtig schön.</p>
<p>Wer außerhalb der Hochsaison unterwegs ist, freut sich im Süden über noch ein bisschen angenehmere Temperaturen, und wer ab und an ein bisschen Stadt um sich herum braucht, freut sich auch über Cagliari, die Hauptstadt. In einer Entfernung von zehn bis 60 Kilometer gibt’s eine Menge Siedlungen direkt an spektakulären Stränden und Steilküsten (z.B. Geremeas, Torre delle Stelle, Santa Margherita di Pula, Villasimìus, Costa Rei). Allerdings sind das teilweise reine Feriendörfer, in denen außerhalb der Saison wenig los ist. Das kann ein Vorteil sein (viel Ruhe), aber auch ein Nachteil (Einkaufen, Essen gehen, etc. geht dann nur mit Auto).</p>
<p>
<h2>Tipp 6: Lern Italienisch!</h2>
</p>
<p>Italienisch ist nicht die Muttersprache Sardiniens. Sardisch ist eine eigenständige romanische Sprache, die sich sehr stark vom Italienischen unterscheidet. Ich schreibe das deshalb, weil man wissen sollte, dass bereits Italienisch für viele Sarden eine Fremdsprache ist, die sie erst in der Schule gelernt haben. Hinzu kommt, dass allgemein in Italien abseits von Adria und Toskana weitreichende Fremdsprachenkenntnisse nicht gerade wahnsinnig verbreitet sind. Will heißen: Manchmal trifft man in Sardinien Menschen, die Englisch radebrechen. Meistens nicht. Wer auf Französisch ausweichen kann, hat gute Karten (denn das lernen manche als erste Fremdsprache). Deutsch können aber meistens nur Rentner, die einen Teil ihres Berufslebens hart schuftenderweise in Deutschland verbracht haben. Davon gibt’s einige. Wer wirklich mit den Leuten reden will, sollte Italienisch können, Respekt haben und aufgeschlossen sein. Die Sarden sind erst mal abweisend, schroff, zurückhaltend und stolz – werden aber sehr, sehr herzlich, wenn sie auf ehrliches Interesse stoßen.</p>
<p>
<h2>Tipp 7: Ferienwohnungen von privat und Agriturismo</h2>
</p>
<p>Natürlich gibt es auf Sardinien Hotels. Es gibt sogar sehr gute, in denen auch allerlei Luxusgeschöpfe absteigen. Wer genug Geld hat, kann das tun, bekommt aber dann wahrscheinlich nicht allzu viel von Land und Leuten mit. Meiner Meinung nach gibt es exakt zwei vernünftige Varianten, in Sardinien Urlaub zu machen:</p>
<ol>
<li><strong>Agriturismo:</strong> Wird meistens als „Urlaub auf dem Bauernhof“ übersetzt, was ziemlicher Blödsinn ist. Ich habe auch schon die Übersetzung „Landgasthof“ gehört, die es etwas besser trifft. Agriturismi sind heute meistens kleine Pensionen mit angeschlossener Super-Küche, authentisch und mit Familienanschluss bzw. viel Kontakt zu anderen Gästen (was sich schon alleine durch gemeinsames Abendessen ergibt). Es handelt sich oft um ordentliche Zimmer mit ausreichendem, aber nicht übertriebenen Komfort, dafür aber umso besserer Küche – wobei meistens sehr vieles aus eigenem Anbau oder eigener Aufzucht auf den Tisch kommt. Besonders interessant ist die Agriturismo-Variante für alle, die ein bisschen herum reisen wollen. Eine große Auswahl an Unterkünften vermittelt z.B. <a href="http://www.ferien-in-sardinien.com">ferien-in-sardinien.com</a>, komplette Rundreisen mit Fahrrad, Auto oder Motorrad organisiert Loredana Casula (selbst Sardin) mit ihrer Agentur <a href="http://www.sardinienpoint.de">sardinienpoint.de</a>.</li>
<li><strong>Ferienwohnungen:</strong> Wer an wirklich schönen Stränden unter Einheimischen und ohne Jet-Set-Einschlag oder Adria-Feeling sonnenbraten möchte, kommt um eine Ferienwohnung fast nicht herum. Am besten eine, die auch Einheimischen gehört. Darauf hat sich zum Beispiel die Ferienwohnungsvermittlung <a href="http://www.sardinienhaus.com/">SardinienHaus</a> spezialisiert Die Häuser sind mal besser, mal schlechter – aber immer originell. Nicht immer darf man Luxus erwarten, denn Thomas Waldschmidt und seine Leute vermitteln nur Wohnungen, die Privatleuten gehören – die vermieten sie in den Zeiten, in denen sie sie nicht selbst nutzen.</li>
</ol>
<p>Viele weitere gute Adressen finden sich in den wirklich guten Reiseführern über Sardinien. Als da wären:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.amazon.de/Sardinien-Reisehandbuch-Eberhard-Fohrer/dp/3899535189/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1279655267&amp;sr=8-1">Eberhard Fohrer: </a><em><a href="http://www.amazon.de/Sardinien-Reisehandbuch-Eberhard-Fohrer/dp/3899535189/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1279655267&amp;sr=8-1">Sardinien</a></em><a href="http://www.amazon.de/Sardinien-Reisehandbuch-Eberhard-Fohrer/dp/3899535189/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1279655267&amp;sr=8-1">, aus dem Michael Müller Verlag (ISBN 3-89953-208-2)</a></li>
<li>Christiane Jaath, Peter Höh: <em>Sardinien</em>, Reihe Abenteuer + Reisen, gibt’s in mehreren Auflagen und ist mittlerweile vergriffen, aber durchaus immer noch zu gebrauchen.</li>
</ul>
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		<title>Flüchtlinge? Welche Flüchtlinge?</title>
		<link>http://gastauftritt.net/2010/06/fluchtlinge-welche-fluchtlinge/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 07:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<description><![CDATA[Italien war mal ein fremdenfreundliches Land. Ein Land, in dem nicht nur Touristen willkommen waren, die Geld ins Land brachten, sondern auch all die Menschen, die ohne Geld kamen. Aus Afrika, oder eine Zeit lang aus Osteuropa. Im Süden kamen die meisten an, und dort waren sie auch willkommener als anderswo. Das ist offenbar vorbei. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Italien war mal ein fremdenfreundliches Land. Ein Land, in dem nicht nur Touristen willkommen waren, die Geld ins Land brachten, sondern auch all die Menschen, die ohne Geld kamen. Aus Afrika, oder eine Zeit lang aus Osteuropa. Im Süden kamen die meisten an, und dort waren sie auch willkommener als anderswo. Das ist offenbar vorbei.</p>
<p><span id="more-707"></span>Jahrelang konnten die Leute, die unter abenteuerlichen Bedingungen aus Afrika geflohen sind, auf Hilfe in Italien hoffen. Denn vor allem im Süden erinnerte ihr Schicksal viele an die eigene Familiengeschichte. „Wirtschaftsflüchtlinge“ hätte man sie wohl früher auch genannt, wenn sie vor Hunger und Perspektivlosigkeit erst nach Amerika, dann nach Australien, später nach Deutschland oder in die Nachbarländer&#8230; nunja&#8230; flohen. Heute kann in Italien niemand mehr auf Hilfe hoffen, <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/weltfluechtlingstag102.html">berichtet Stefan Troendle zum „Weltflüchtlingstag“</a> (Ich hoffe, dass der Artikel etwas länger als sieben Tage online bleibt). Seit einiger Zeit wird gnadenlos abgeschoben. Nach Libyen. Und man hört in den Nachrichten nur noch selten von dramatischen Rettungsaktionen auf hoher See und gestrandeten Nusschalen. Aber Hauptsache, die endlosen Sandstrände bleiben sauber.</p>
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		<title>Hässlichkeit mit Aussicht</title>
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		<pubDate>Sat, 29 May 2010 07:33:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[garibaldi]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeder, der schon mal in Rom war kennt es – aber keiner will es sehen: Das gigantische Vittorio-Emanuele-Denkmal ist zweifellos eines der hässlichsten und unbeliebtesten Gebäude in der Ewigen Stadt. Zu Unrecht: Denn die Aussicht auf dem weißen Klotz ist grandios. Die Römer mochten dieses Gebäude noch nie besonders: Der gigantische weiße Komplex, der dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a rel="attachment wp-att-28" href="http://osole.de/uber-osole/20-autosave/"><img class="size-medium wp-image-28" src="http://osole.de/files/2010/05/quadriga_1000-580x326.jpg" alt="" width="580" height="326" /></a>
<p>Jeder, der schon mal in Rom war kennt es – aber keiner will es sehen: Das gigantische Vittorio-Emanuele-Denkmal ist zweifellos eines der hässlichsten und unbeliebtesten Gebäude in der Ewigen Stadt. Zu Unrecht: Denn die Aussicht auf dem weißen Klotz ist grandios.<br />
<span id="more-705"></span></p>
<p><a rel="attachment wp-att-33" href="http://osole.de/2010/06/fluchtlinge-welche-fluchtlinge/30-revision-2/"><img class="alignnone size-medium wp-image-33" src="http://osole.de/files/2010/05/pano_1000-580x326.jpg" alt="" width="580" height="326" /></a></p>
<p>Die Römer mochten dieses Gebäude noch nie besonders: Der gigantische weiße Komplex, der dem Forum Romanum den Rücken zuwendet, das Kapitol überragt und sogar höher als das Kolosseum ist, hat viele Spitznamen. „Schreibmaschine“ nennen es die Römer, aber auch „Hochzeitstorte“ oder „Luxuspissoir“.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-35" href="http://osole.de/2010/06/fluchtlinge-welche-fluchtlinge/30-revision-4/"><img class="alignnone size-medium wp-image-35" src="http://osole.de/files/2010/05/soldaten_1000-580x326.jpg" alt="" width="580" height="326" /></a></p>
<p>Für eines der wichtigsten nationalen Symbole Italiens ist das natürlich wenig schmeichelhaft. Dieses gigantische Gebäude mitten in Rom ist aber auch abschreckend: Gitter davor, gestrenge Soldaten, die vor dem Grabmal des Unbekannten Soldaten Tag und Nacht Wache schieben, und immer wieder unbarmherzige Carabinieri, die ruhebedürftige Touristen mittels Trillerpfeifen aufscheuchen, nur weil die es gewagt haben, sich auf den Stufen des nationalen Heiligtums niederzulassen.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-34" href="http://osole.de/2010/06/fluchtlinge-welche-fluchtlinge/30-revision-3/"><img src="/files/2010/05/pano2_1000-580x325.jpg" alt="" width="580" height="325" /></a></p>
<p>Die meisten Römer und Touristen tun einfach so, als wäre das Vittoriano nicht da. So wie in den letzten ca. 2.664 Jahren davor. Das Problem ist nur: Das Monument macht seinem Namen alle Ehre. Man kann es nicht übersehen. Ein schönes Bonmot besagt, dass es eigentlich nur einen Platz in Rom gibt, wo man den hässlichen Klotz nicht sehen muss: Das Vittoriano selbst.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-32" href="http://osole.de/2010/06/fluchtlinge-welche-fluchtlinge/30-autosave/"><img class="alignnone size-medium wp-image-32" src="http://osole.de/files/2010/05/cafe_1000-580x325.jpg" alt="" width="580" height="325" /></a></p>
<p>Von dort aus lässt sich der Blick über Rom in seiner ganzen Pracht genießen. Und das fast kostenlos, denn als nationales Heiligtum ist das Vittoriano samt dem dort untergebrachten Museum frei zugänglich. Im Risorgimento-Museum lässt sich allerhand über die Geschichte der italienischen Einigung und den Nationalhelden Garibaldi erfahren, auf der Rückseite des „Altare della Patria“ („Vaterlandsaltar“) befindet sich eine nette Cafeteria, von der aus man schon bei einem Caffè oder einem Panino zu zivilen Preisen eine gute Aussicht genießen kann.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-31" href="http://osole.de/2010/06/fluchtlinge-welche-fluchtlinge/30-revision/"><img class="alignright size-medium wp-image-31" src="http://osole.de/files/2010/05/aufzug_580-234x400.jpg" alt="" width="234" height="400" /></a>Neuerdings geht&#8217;s sogar noch eine Etage höher: Zwei Glasaufzüge befördern die Gäste auf das Dach des Vittoriano zwischen den beiden Quadrigen – diese Aufzüge allerdings kosten Geld, und nicht zu knapp. Doch es lohnt sich: von ganz oben hat man wirklich einen fantastischen Rundumblick über die Stadt. Unten mag der chaotische Verkehr auf der Piazza Venezia toben, hier oben herrscht Ruhe. Und kein großes weißes Denkmal stört die Aussicht.</p>
<p><em>Der Text erschien im Herbst 2007 im Italienportal von Tiscali Deutschland.</em></p>
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